Zeitung Heute : Goleo, der Unfruchtbare

Wir präsentieren die WM-Maskottchen von einst und heute. Zum krönenden Abschluss unser Heimmaskottchen: Löwe Goleo, den leider niemand so richtig leiden kann.

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Was hat sich Goleo seit seiner Präsentation nicht alles anhören müssen. Die fehlende Hose, der palmenähnliche Schwanz oder als Höhepunkt der höhnische Frisurenvergleich mit Thomas Gottschalk. Dabei hatte man bei der Fifa richtige Experten mit seiner Schöpfung betraut und mit der Jim Henson Company die Urväter der Muppets und der Sesamstraße engagiert. Vielleicht kam neben der seltsamen Optik der sprechenden Nervensäge auch die Ankündigung der Fifa, man habe nun eine „vielschichtige, gewissermaßen lebende Charakterfigur“ erschaffen, bei den Fans nicht gut an. Denn die Vielschichtigkeit erschloss sich dem Volk ebenso wenig wie die Notwendigkeit des quasselnden Balles Pille in Goleos rechter Pranke. Damit nicht genug, verpasste man ihm mit dem Titel „der Sechste“ auch noch scheinadelige Züge. Volksnähe sieht dann doch anders aus! So schien es zwischenzeitlich, als sei er an fast allem schuld, was falsch lief in der Republik: am Rumpelfußball in der Vorbereitung, am Niedergang der Börse und am viel zu kalten Frühling. Die neuste Attacke reitet das Magazin Ökotest, das im Juni Dibutylzinn im Inneren des kleinen Kerls entdeckte. Das schädigt das Immunsystem und beeinträchtigt die Fruchtbarkeit. Hoffentlich auch seine, denn sonst verfolgt uns Goleo auch noch nach Südafrika.

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