Zeitung Heute : "Grauer" Tourismus in Ostdeutschland

Die ostdeutsche Tourismusbranche muss sich nach Jahren schnellen Wachstums auf härtere Zeiten einstellen. Die Zeit der starken Zuwachsraten sei vorbei, sagte der Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes (OSGV), Rainer Voigt, jetzt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin. Wegen schrumpfender Zuwachsraten und eines härteren Verteilungskampfes zwischen den Regionen bekämen neue Angebote und professionelles Marketing einen höheren Stellenwert.

Ein Anlass zur Sorge um den Tourismus in Ostdeutschland bestehe aber nicht. 2001 legte die Branche in den neuen Ländern im Gegensatz zum bundesweiten Trend bei den Übernachtungen mit 3,1 Prozent nochmals zu.

In den neuen Ländern wurden für das vergangene Jahr 57,5 Millionen Übernachtungen in Hotels und Pensionen mit mindestens neun Betten gezählt. Deutlich unterschätzt werde dabei aber der "graue Beherbergungsmarkt". Das ergab eine Studie der Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) im Auftrag des OSGV. Darunter fallen Übernachtungen in Privatzimmern, Ferienwohnungen, der "Sofatourismus" bei Verwandten und Dauercamper.

Inklusive der "grauen" Beherbergungen liege das Volumen bei 159,1 Millionen Übernachtungen. Auf den "grauen" Übernachtungsmarkt entfallen 2,1 Milliarden Euro, das entspricht 15 Prozent des Umsatzes im ostdeutschen Tourismus. "Dieses Ergebnis hat alle Erwartungen übertroffen", sagte Voigt. Ein Zukunftsmarkt für die neuen Länder könne auch der Gesundheits- und Wellnesstourismus sein. Beim Städtetourismus gebe es ebenfalls noch Wachstumsmöglichkeiten.

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