Zeitung Heute : Größe ist nicht alles

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Burkhard Schröder reist diesmal in das virtuelle Land der Riesen und der Zwerge

Der König von Brobdingnag (1) nennt die Menschen „ein abscheuliches Ungeziefer.“ Der Globetrotter Gulliver gerät in Jonathan Swifts Roman in ein Land der Riesen. Und die finden Zwerge komisch. Doch wer wen wegen der Körpergröße belächelt, ist immer eine Frage der Perspektive. Denn die vielen kleinen Liliputaner, die den schlafenden Riesen Gulliver fesseln, wecken in Kindern und Erwachsenen Schadenfreude wie der Sieg Davids über Goliath.

Kleine Menschen tauchen in den Mythen aller Völker auf. Homer berichtet von Pygmäen im dritten Gesang der Ilias (2), und Herodot (3) und der Fabeldichter Äsop erzählen von ihrem Kampf gegen die Kraniche, die die Felder verwüsten. (4) Reisende wie der Berliner Doktor A. Berger ließen sich Anfang des letzten Jahrhunderts zusammen mit kleinen Menschen am heiligen Fluss Nil fotografieren. (5) Wer neben Kleinen steht, erscheint eben größer. Jean-Jacques Rousseau mahnt in seinen „Schriften zur Kulturkritik“, die Körpergröße sei irrelevant, da doch der Handel und die Reisen die Völker zusammenbrächten und die Unterschiede zwischen ihnen verringerten. Kinder erleben jeden Tag, wie es ist, zu anderen aufschauen zu müssen.

Im Erlebnispark „Astrid Lindgrens Welt“ (6) im dänischen Vimmerby kann man die Perspektive wechseln und die Welt aus den Augen des Nils Karlsson Däumling betrachten. Oft werden Menschen allein wegen ihrer Körpergröße diskriminiert. Doch die wehren sich dagegen: der Beauftragte für Menschenrechte der UN ließ sich im letzten Jahr von einem Vertreter der Pygmäen im Kongo ihre Lage berichten. (7) In Deutschland haben die kleinen Menschen eine eigene Lobby-Gruppe. (8) Eine Bibliothek in Deutschland besitzt ein einzigartiges Dokument, das von Zwergen in Südamerika im 16. Jahrhundert berichtet. Es stammt aus der Feder eines Landsknechtsführers aus Ulm, der in Venezuela nach El Dorado suchte. Sein Bericht wurde lange als Märchen abgetan, bis in einem kleinen Ort die Beweise gefunden wurden (9).

Die Wochenfrage lautet: Um welche Quelle handelt es sich?

In der Vorwoche wurde gefragt nach: Mozarts Symphonie Nummer 40 in g-Moll, Professor Günter Nimtz http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/nimtz/node9.html

Die Links zum Rätsl:

1) www.boondocksnet.com/cartoons/

mcc016.html

2) http://gutenberg.spiegel.de/homer/ilias/ilias031.htm

3) www.klassphil.uni-muenchen.de/

~waiblinger/Herodot.html

4) www.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/esop/seite389.html

5) www.jaduland.de/afrika/nil/diashow

6) www.astridlindgrenswelt.com/

7) www.unhchr.ch/indigenous/

nominations.htm

8) www.kleinwuchs.de/

9) www.vheadline.com/wetzel/

00000028.htm

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