Zeitung Heute : Größer, edler und kräftiger

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Lange hat Audi seine Cabrio-Gemeinde warten lassen. Denn die erste Generation des offenen Viersitzers aus Ingolstadt wurde ein Jahrzehnt lag gebaut, ehe sie im letzten Sommer vom Band genommen wurde. Und erst nach einem weiteren Winter wurde der Nachfolger präsentiert. Doch das Warten hat sich gelohnt. Denn was hier auf Basis des neuen A4 auf die Räder gestellt wurde, hat durchaus das Zeug, Freunde des offenen Fahrens zu begeistern. Schon in der gesamten Linie gefällt das neue Cabrio durch seine Klarheit. Es liegt damit ganz in der Tradition des Vorgängers, den es allerdings sowohl in seinen Abmessungen als seinem Leistungsspektrum zum Teil erheblich übertrifft. Denn das neue Cabrio hat bei einem Radstand von nun knapp 2,66 Meter eine Länge von respektablen 4,57 Meter. Und da ein erheblicher Teil des Längenwachstums dem größeren Radstand zuzuschreiben ist, schlägt das vor allem zugunsten des Raums im Fond zu Buche. Zugegeben, so richtig geräumig ist es dort auch jetzt noch nicht. Aber wenn sie fürs Ein- und Aussteigen ausreichend gelenkig sind, können dort durchaus zwei Personen mitfahren.

Interieur und Technik des neuen Cabrios entsprechen weitgehend dem Audi A4 - und das gilt vor allem auch für die Qualität der im Innenraum verwendeten Materialien sowie die Verarbeitungsqualität. Man spürt sofort, dass man hier in einem Premium-Auto unterwegs ist - was sich allerdings auch beim Preis bemerkbar macht. Denn der liegt für die Mitte April erst einmal erscheinenden zwei Versionen mit den V6-Benzinern mit 2,4 und 3,0 Liter Hubraum bei 34 300 und 38 800 Euro.

Der Gegenwert dafür ist allerdings auch überzeugend. Denn dieses Cabrio bietet nicht nur einem mit 246 Liter bei geöffnetem Verdeck ordentlichen Kofferraum, der bei geschlossenem Verdeck durch Verschieben des Verdeckkastens auf 315 Liter vergrößert werden kann, sondern vor allem auch ein hochwertiges Verdeck, das den offenen Audi ohne Einschränkung ganzjahrestauglich macht. Und dank gläserner Heckscheibe ist auch eine gute Sicht nach hinten gesichert. Doch jetzt naht die Zeit, in der man wieder öfter offen unterwegs sein kann. Und das zu genießen, erfordert nicht mehr als einen einzigen Schalterdruck. Denn das Verdeck öffnet und schließt sich vollautomatisch.

Geöffnet verschwindet das Verdeck in einem Gepäckkasten, stört also nicht auf der Karosserie und verlangt auch keine besondere Abdeckung. Und wenn man offen unterwegs ist, dann überzeugt auch, wie wenig Wind in den vorderen Raum gerät - man kann also erfreulich zugfrei fahren - was für die Hinterbänkler allerdings in dieser Form nicht mehr gilt. Aber das ist bei jedem Cabrio so. Nicht verschwunden sind auch die Windgeräusche bei geschlossenem Dach bei schneller Fahrt. Aber hörbar leiser geworden ist der offene Audi in geschlossener Form auf jeden Fall.

Cabriokarosserien haben immer ein Problem, wenn es ums Verwinden geht. Denn das fehlende Dach verlangt es, die notwendigen Verstärkungen für eine verwindungssteife Karosse unters Blech zu verlegen. Das hat bei Audi dazu geführt, dass dieses Cabrio leer bereits gute 1,6 Tonnen wiegt - trotz raffiniertester Leichtbautechnik, trotz Tailored blanks und trotz vieler Aluminiumteile Aber der Aufwand hat gelohnt. Denn die Karosserie des Cabrios ist erheblich verwindungssteifer als beim Vorgänger. Und das wiederum kommt der Fahrsicherheit zugute, lässt den offenen Audi präzise den Lenkkommandos seines Piloten folgen.

Allerdings ist es auch recht potent motorisiert. Denn schon der vorerst als Einstiegstriebwerk gelieferte 2,4-Liter V6 mit einer Leistung 125 kW (170 PS) macht das Cabrio erheblich flott, lässt es binnen 9,7 Sekunden Tempo 100 und maximal 224 km/h erreichen. Richtig sportlich wird der 3,0-Liter mit seinen 162 kW (220 PS) der in nur 7,8 Sekunden auf Tempo 100 spurtet und maximal 243 km/h erreicht. Und ein durchaus attraktives Angebot für den neuen offenen Audi ist das stufenlose Getriebe Multitronic, das von Beginn an zur Verfügung steht. Später wird Audi das Motorenprogramm nach unten abrunden - durch den 1,8-Liter-Turbo und bald auch einen neuen 2,0-Liter Benzin-Direkteinspritzer. Und auch einen Diesel wird man in Gestalt des 2,5-Liter-V6 künftig bekommen können. Doch vorerst heißt es erst einmal Gas geben im Benziner.

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