Zeitung Heute : Große Kleinkunst

Das Café Theater Schalotte hat sich etabliert

Waltraud Hennig-Krebs

Wer das „Schalotte“ in der Behaimstraße 22 im Alt-Charlottenburger Kiez besucht, kommt vermutlich nicht auf die Idee, dass das Theater ein Projekt im Evangelischen Kirchenkreis Charlottenburg ist – allerdings bereits seit mehr als 30 Jahren. Denn Religiöses steht nur selten auf dem Programm. Darum ginge es auch nicht, es sei das gemeinsame ehrenamtliche Engagement des Teams, das sie als „zutiefst evangelisch“ empfinde, äußerte Karin Köthe, die Gründerin des Café Theater „Schalotte“ vor einiger Zeit in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Das „Schalotte“ steht für ein ungewöhnliches, erfolgreiches Kulturprojekt. Und so wurde das Motto „Alles wird gut!“ wohl nicht zufällig gewählt.

Nachdem im Kino „Baldur“, das sich von 1933 bis 1978 in dem Haus befand, der letzte Vorhang fiel, wurde aus dem ehemaligen Kino ein Theater mit 300 Sitzplätzen. Die Filmleinwand verschwand und die Sozialpädagogin Karin Köthe betrat die Bühne, und zwar als Leiterin des kirchlichen Jugendprojekts. In der Folgezeit verschob sich der Schwerpunkt der anfangs als Kieztreff und Talentschuppen fungierenden Einrichtung vom Café immer weiter in Richtung Theaterbetrieb. Denn das Programm wurde immer vielfältiger: Es reicht von a cappella über Bauchtanz, Show, Konzerte und Kabarett bis zum klassischen Theater. Im Laufe der Jahrzehnte traten bekannte Ensembles und Künstler auf, wie beispielsweise Tim Fischer, Georgette Dee, Ulla Meinecke oder auch die Wilde Mischung und die Rote Grütze. Schon Tradition hat das „berliner a cappella festival“, das auch in diesem Jahr wieder im Herbst stattfinden soll.

Die neueste Produktion mit „Les Belles Immortelles“, die auch beim Frühlingsshopping auftreten, dürfte für viel Heiterkeit sorgen, wollen doch die „Schönen Unsterblichen“ widerlegen, dass keineswegs nur eine Diva auf eine Bühne passt. Dass alles klappt – von der professionellen Haustechnik bis hin zum Ambiente – ist dem Engagement der etwa 20 Ehrenamtlichen zwischen 20 und 60 Jahren zu verdanken. Die erste Aufführung des neuen Theaterstücks findet am Donnerstag, den 8. Mai um 20 Uhr statt. Die Karten kosten 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. Waltraud Hennig-Krebs

Café Theater Schalotte, Behaimstraße 22, 10585 Berlin, Telefon: (030) 342 09 99, im Internet: www.schalotte.de

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