GROSSES KINOEnnio Morricone : Der Unvergleichliche

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Das Finale eines der besten Western aller Zeiten besteht aus einem Duell der drei Titelfiguren: „The Good, the Bad & the Ugly“ (in Deutschland bekam der Film 1966 den Verleihtitel „Zwei glorreiche Halunken“), gespielt von Clint Eastwood, Lee Van Cleef und Eli Wallach, stehen sich auf einem Soldatenfriedhof gegenüber. Bis endlich der erlösende Schuss fällt, wird fünf Minuten lang kein Wort gesprochen. Die Kamera fixiert bärtige Gesichter, stechende Augenpaare, nervös zuckende Finger. Doch trotz der genialen Regie durch den Spaghettiwestern-Großmeister Sergio Leone – die Szene wäre nichts ohne die fantastische Musik von Ennio Morricone. Erst durch unheilvoll dräuende Streicher, perkussiv angeschlagene Gitarrensaiten, jubilierende Mariachitrompeten wird aus ihr einer der spannendsten Showdowns der Filmgeschichte.

Morricone hat Hunderte von Filmen mit seiner Musik geadelt. In seinen produktivsten Zeiten komponierte er über 20 Soundtracks pro Jahr, wobei er keinerlei Berührungsängste hatte: Komödien, Horrorfilme, Musicals, Gangsterepen, Science-Fiction- Streifen – und immer wieder seine unvergesslichen Westernthemen, von denen das Mundharmonikamotiv zu Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ das bekannteste ist. Auch wenn die meisten seiner Arbeiten für italienische Filme entstanden, reichte sein Ruhm bis nach Hollywood. 2007 bekam er, als bislang einziger Komponist, einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Mit 85 Jahren ist der gebürtige Römer ungebrochen aktiv und wird bei seinem einzigen Deutschlandkonzert ein 160-köpfiges Orchester durch die Meisterwerke einer unvergleichlichen Karriere dirigieren.Jörg Wunder

O2 World, Di 11.2., 20 Uhr, 52-108 €, ausverkauft, Restkarten an der Abendkasse

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