Zeitung Heute : Grün-Gelb am reformeifrigsten

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Die bereits jetzt bekannt gewordenen Vorschläge der Hartz-Kommission zur Reform der Arbeitsvermittlung gehen nach Ansicht der Hälfte der Deutschen in die richtige Richtung (48 Prozent). Nur ein Fünftel ist der Meinung, dass sie einen falschen Kurs vorgeben (20 Prozent). Ein Drittel hat bisher jedoch noch nichts davon gehört oder traut sich dazu kein Urteil zu. Vor allem einer der Kernpunkte der Überlegungen von Hartz, die Einrichtung von Personal-Service-Agenturen, findet breite Unterstützung (67 Prozent dafür, 25 Prozent dagegen).

Darüber hinaus finden sowohl die Senkung der Zumutbarkeitsgrenzen (63:35 Prozent) als auch die Pauschalierung des Arbeitslosengeldes (58:34 Prozent) mehrheitlich Unterstützung. Dies trifft - bis auf die Senkung der Zumutbarkeitsgrenzen - auch auf die Arbeitslosen selbst zu. Trotz aller Zustimmung ist die Skepsis mit Blick auf die Wirksamkeit der Vorschläge groß. Nur ein Fünftel der Bürger glaubt, eine weitgehende Umsetzung der Empfehlungen würde zu einer drastischen (2 Prozent) oder zumindest deutlichen Senkung (18 Prozent) der Arbeitslosenzahl führen. Der größte Teil der Bevölkerung von 62 Prozent erwartet aber dennoch einen begrenzten Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungssituation.

Bei den Parteien finden die Reformen die meiste Unterstützung bei FDP (72 Prozent) und Grünen (70). Dann folgen SPD (53 Prozent), Union (47) und PDS (38). Durch die schnelle Umsetzung der Vorschläge will vor allem die SPD ihr Image als Modernisierungspartei zurückgewinnen. Derzeit schreiben die Wähler diese Rolle der Union zu: 35 Prozent halten sie für die Partei mit dem stärksten Reformwillen, nur 20 Prozent sehen die SPD als die Reformpartei an. Vor der letzten Bundestagswahl lag die SPD bei dieser Frage noch vor der Union. Tsp

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