Gründungsförderung : Erst Student, dann Chef

Wie Berliner Universitäten, Fachhochschulen und private Akademien die Geschäftsideen ihrer Absolventen fördern.

Was sie brauchten war ein Schubs, um aus einer fixen Idee einen Geschäftserfolg zu machen. Diana Löffler, Regina Vogel und Klara Lindner hatten ihren Abschluss an der Universität gemacht und sich an ersten Jobs in der Wissenschaft versucht. Doch allen drei war klar: Sie wollen bald ihr eigenes Ding machen. Geschäftsideen hatten sie bereits.

Anschubhilfe hat ihnen der Gründungsservice der Technischen Universität gegeben. Das Projekt „Plan B(usiness) – als Unternehmerin an die Spitze“, kurz Plan B, hat die drei zusammengebracht. Ihre Idee ist simpel: Sie wollen ihren Kunden helfen, deren Produkte verständlich zu machen; die Nutzer sollen Geräte intuitiv bedienen können. Plan B hat die drei ermutigt, zu überlegen, wie sie mit ihrer Idee Geld verdienen können.

Ziel sei es, ein „positives Gründungsumfeld“ zu schaffen, sagt Agnes von Matuschka, Leiterin des Gründungsservices an der TU und Co-Leiterin des Zentrums für Entrepreneurship. Sie und ihre Mitarbeiter beraten die angehenden Unternehmer und unterstützen sie mit Kursen in Projektmanagement, Patentrecht, Steuern oder Marketing. „Viele haben konkrete Projekte im Kopf, aber das Risiko mit einem neuen Produkt auf den Markt zu gehen, ist vielen zu groß“, sagt sie.

Vor allem die Finanzierung schreckt viele ab. In der Regel muss die Firma drei bis fünf Jahre gut laufen, bis die Gründer davon leben können. Der Gründungsservice informiert über Wettbewerbe, Ausschreibungen, Stipendien, Bankkredite und Finanzspritzen vom Land.

Plan B ist nur eines von vielen Angeboten der TU, Wissenschaftlern bei der Umsetzung eigener Ideen zu helfen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dem Gesamtkonzept besonders gute Erfolgsaussichten bescheinigt. Seit 2011 darf sich die TU daher offiziell als „Exist – die Gründerhochschule“ bezeichnen. Doch auch andere Berliner Universitäten, Fachhochschulen und private Akademien fördern Firmenideen ihrer Absolventen.

Die Freie Universität hat die Gründungsförderung seit Langem im Universitätsleben verankert. Mit der Initiative „profund“ wendet sich die FU an Studenten, Wissenschaftler und Alumni, die Unterstützung bei der Gründung suchen. Ein wichtiger Baustein sind Netzwerkveranstaltungen, bei denen die neuen von erfahrenen Chefs lernen können. Für die Startphase stellt die FU kostenlos Arbeitsplätze zur Verfügung.

Ähnliche Angebote gibt es an der Humboldt Universität, wo das Spin-off-Team Gründungswillige berät und begleitet. Wer die Info-Seminare besucht hat, kann bei der Suche nach Geldgebern das Humboldt-Gütesiegel tragen.

Für die Neu-Unternehmerinnen Löffler, Lindner und Vogel hat sich die Hilfe gelohnt. Bei einer Firma aus der Region haben sie ihre Prototypen vorgestellt – mit Erfolg.

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