Zeitung Heute : Grüße aus Asunción

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Sie kommen aus der ganzen Welt, halten ihre Fähnchen in den Wind und klopfen sich stolz aufs Landeswappen. Hier stellen wir Fußballpilger vor, die loszogen, um nah dran zu sein.

Sie sind nahezu in Mannschaftsstärke hier: Marcelo, sein Bruder und sechs Freunde haben den langen Weg aus Asunción, der Hauptstadt Paraguays, nach Deutschland auf sich genommen. Marcelo hat für den Trip seinen gesamten Jahresurlaub geopfert. Zwanzig WM-Tage lang reisen er und seine Freunde quer durch das ganze Land, auf den Spuren ihrer Mannschaft. Für alle drei Vorrundenspiele Paraguays hatten sie sich zu Hause mit Tickets versorgt, unter für deutsche Fans fast paradiesischen Bedingungen: „Wir sind einfach losmarschiert, haben die Tickets bestellt und dann abgeholt. War gar kein Problem“, berichtet Marcelo. Die Tage zwischen den Spielen verbrachten sie mit Sightseeing. Jetzt, wo Paraguay ausgeschieden ist, tourt die Truppe noch ein wenig weiter durch die Republik. „Schöner wäre es gewesen, wenn unsere Mannschaft weitergekommen wäre“, sagt Marcelo, „aber Deutschland ist ein schönes Land, und man kann wunderbar reisen.“ Und obwohl die Gruppe gerade ein bisschen planlos vor dem Brandenburger Tor steht, kann der 35-Jährige für seine Freunde eigentlich den Reiseführer spielen. Er ist bereits zum zweiten Mal in Deutschland – und ausgesprochen zufrieden. „Das Bier schmeckt unglaublich lecker“, lobt er und schiebt dann ein für deutsche Ohren mindestens ebenso schmeichelhaftes Lob hinterher, „und die Leute sind so nett. Total freundlich.“ So eine gepflegte WM-Euphorie wirkt sich eben auf alle ein bisschen aus. Am Sonntag geht der Flieger zurück in die Heimat, doch Marcelo und seine Freunde nehmen das Erlebnis WM glücklich mit nach Hause: „Das war wirklich super“, sagt er, strafft noch mal das Trikot und trommelt seine agile Truppe zum Mannschaftsfoto zusammen.

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