GRUPPENAUSSTELLUNG„Shared. Divided. United“ : Zwischen den Fronten

Anna Pataczek

Die Geschichte von Herrn und Frau Hang ist deutsch-koreanische Geschichte. Der Nordkoreaner kam, wie viele Studenten in den Fünfzigern, zur Ausbildung in die DDR. Er verliebte sich in eine Deutsche, sie bekamen ein Kind. Doch dann musste er zurück, alleine. Erst 47 Jahre später treffen sie sich in Pjöngjang wieder.

In Fotografien und Briefen kann man die Geschichte der Hangs nun in der Ausstellung „Shared. Divided. United“ nachvollziehen. Die NBGK dokumentiert im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen mit Zeitdokumenten und Arbeiten von 15 Künstlern Migrationsbewegungen zwischen Deutschland und Korea während des Kalten Krieges. Parallel zur DDR und Nordkorea bauten die BRD und Südkorea ihre Beziehungen aus. Gastarbeiter kamen nach Westdeutschland. Die Ausstellungsorte sind auf den Westen und Osten Berlins verteilt: Der Besucher kann von der NGBK zur GfKFB am Flutgraben und dem Grenzwachturm am Schlesischen Busch laufen.

In der NGBK hat der in Berlin lebende koreanische Künstler Kane Do einen magnetisierten Wettkampfspeer wie eine Kompassnadel aufgehängt – als Sinnbild der polarisierten Welt. Changwon Lee projiziert mit Hilfe einer raffinierten Spiegeltechnik Porträts jener Emigranten an die Wand, die 1967 unter der südkoreanischen Militärdiktatur aus West- Deutschland entführt wurden, weil sie der Spionage für Nordkorea verdächtigt wurden.Im Mauerfall-Gedenkjahr ist das ein erhellender Blick über die innerdeutsche Grenze hinaus, führt die Ausstellung doch eine paradoxe Situation vor: Ausgerechnet die harten Fronten schufen ein Netz aus diplomatischen und familiären Beziehungen. Anna Pataczek

NGBK, bis So 15.11., So-Mi 12-19 Uhr,

Do-Sa bis 12-20 Uhr, Eintritt frei

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