GRUPPENAUSSTELLUNG„Solunallets“ : Licht in dunkler Nacht

Martina Scheffler

Ein Ölgemälde, eine sandfarbene Fläche. Ein Schiff aus Wachs, ockerfarben, schnörkellos. „Einfachheit, Ruhe und Feier“ sind die Ausgangspunkte der Ausstellung „solunallets“ in der St.-Matthäus-Kirche, sagt der Kurator Alexander Ochs. Zwischen glühweintrunkenen Weihnachtsmärkten und lauter Stille-Nacht-Berieselung im Kaufhaus ist tatsächlich die Kirche einer der letzten Zufluchtsorte für jene, die wirkliche Besinnlichkeit wünschen. Die Kunstwerke wirken denn auch so, als hätten sie schon immer da gestanden – ruhig und würdevoll. Und wer will, kann einen Bezug zur Weihnacht herstellen.

Qiu Shihuas Gemälde „Untitled“ ist ein wüstensandfarbenes Rechteck, wie der Sand von Bethlehem. Timo Nasseris „Muqarnas“ (Foto) über dem Altar ist aus Polystyrol-Spiegel gefertigt und wirkt wie eine Edelsteindruse, die silbern und festlich das Flackern einer Altarkerze reflektiert. Das Werk macht aus einem Licht eine Vielzahl, die den Raum erhellen. Wolfgang Laibs „Reishäuser“ aus schwarzem Granit scheinen, durch die sie umgebenden Reishügel geschützt, durch die Weichheit des Lebenspendenden. Der 1940 in China geborene Shihua hat einmal gesagt, er wolle Raum für die Vorstellungskraft des Betrachters schaffen. Bei jedem Blick würden sich die Objekte verändern, abhängig von der Stimmung des Betrachters. Vielleicht liegt es daran, dass in diesen Tagen alles einen Bezug zur Weihnacht gewinnt, zum Licht in dunkler Nacht. Vielleicht stellt sich auch im Februar alles anders dar – so lange ist die Ausstellung „solunallets“ in der St.-Matthäus-Kirche zu sehen. Martina Scheffler

St.-Matthäus-Kirche, bis So 8.2., Di-So 12-18 Uhr, Eintritt frei

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