Zeitung Heute : Günstiger Pauschalurlaub: Reisen in den vergangenen zehn Jahren kaum teurer geworden

Der zunehmende Wettbewerb auf dem Tourismusmarkt wirkt sich positiv auf die Geldbeutel der Reisenden aus. Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft mussten Pauschalurlauber 1999 für ihre Reise nur knapp acht Prozent mehr ausgeben als im Jahr 1991. Die Konsumpreise gingen dagegen im gleichen Zeitraum um knapp 20 Prozent nach oben.

Die weit reichende Liberalisierung vieler Dienstleistungsmärkte habe die Reisebranche insgesamt stark verändert, teilte das Institut mit. Den großen Unternehmen der Branche gehörten heute Reisebüros, Airlines und Hotels auf der ganzen Welt. Damit könnten viele Reiseveranstalter statt bloßer Vermittlung von Flügen und Hotels einen Rundum-Service anbieten, der auch Unterhaltung am Urlaubsort einschließe.

Durch Fusionen teilen sich dem Institut zufolge zehn Unternehmen rund drei Viertel des Umsatzes der 150 größten europäischen Veranstalter. Die Zusammenschlüsse sollen nicht nur für sinkende Kosten sorgen, sondern auch bei der Erschließung der wachsenden Reisemärkte außerhalb Europas helfen.

Vom E-Commerce merkt die Branche dagegen bisher noch nicht viel. Zwar informieren sich nach Angaben des Instituts viele Urlauber per Internet über die Angebote der Veranstalter. Gebucht werde aber nach wie vor direkt im Reisebüro. Lediglich ein Prozent des Umsatzes machen die Anbieter bisher über das Internet. Für die Zukunft sind die Veranstalter allerdings optimistisch und sehen im Online-Reisehandel große Wachstumschancen.

Nahezu 89 Milliarden Mark haben deutsche Urlauber 1999 im Ausland ausgegeben. Wie das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln jetzt berichtete, spülten Gäste aus dem Ausland rund 31 Milliarden Mark in die Kassen von Hotels, Restaurants und Geschäften in der Bundesrepublik.

Vor allem Schweizer Touristen ließen relativ viel Geld in Deutschland. Sie gaben 3,5 Milliarden Mark aus, gefolgt von Niederländern und Franzosen mit 3,3 und 3,1 Milliarden Mark. Die deutschen Reisenden dagegen brachten meistens ihr Geld nach Spanien: 14,7 Milliarden Mark. Mit 13,5 Milliarden Mark folgt Italien auf Rang zwei vor Österreich, wo deutsche Urlauber zehn Milliarden Mark ausgaben.

Den Wunsch nach Sonne, Strand und Meer belegen dem Institut der Deutschen Wirtschaft zufolge auch die Gästezahlen der Urlaubsregionen. "Mit 9,2 Millionen deutschen Gästen war Spanien im vergangenen Jahr ganz klar das Reiseziel Nummer eins." Dahinter rangierten Italien mit sechs Millionen und Österreich mit 4,6 Millionen Erholungssuchenden. Allerdings schweifen nicht alle Deutschen in die Ferne - zu den beliebtesten zehn Feriengebieten gehörten auch Bayern, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Die Urlaubshäufigkeit ist unterschiedlich. 34 Prozent der Deutschen machen nur ein Mal im Jahr eine große Reise, 21 Prozent ziehen kürzere, dafür aber öfter Touren vor.

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