Zeitung Heute : „Gut angelegtes Geld“

Bundespräsident Horst Köhler und Karlheinz Böhm hielten auf der 1. Wiener Ballnacht im Ritz Carlton engagierte Reden, in denen sie auf die Notwendigkeit von Spenden für Afrika hinwiesen. Nach dem Essen folgte eine rauschende Ballnacht

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Von Constance Frey „Sie sind ein wunderschönes Paar“, sagte Bundespräsident Horst Köhler. Damit meinte der Ehrengast der ersten Wiener Ballnacht zugunsten der Stiftung „Menschen für Menschen“ keines der jungen Debütantenpaare, sondern Karlheinz Böhm und seine äthiopische Frau Almaz, die sich seit vielen Jahren für Hilfsprojekte in Äthopien einsetzen. Er ließ es sich trotz eines sehr engen Zeitplans – Donnerstag Rückflug aus Japan, Freitag Beisetzung des Papstes in Rom – nicht nehmen, mit seiner Frau EvaLuise den Ballabend persönlich zu unterstützen. Heute Abend soll hier Geld für eine Schule im mitteläthiopischen Midda gesammelt werden. Jede Spende für „Menschen für Menschen“ mache Sinn „und zwar sehr viel Sinn“, betonte der Bundespräsident, der sich in Äthiopien ein Ausbildungszentrum der Stiftung in der Provinzstadt Harar anschauen konnte. Am tiefsten hätten ihn die Lebensfreude und Energie in den Augen der jungen Menschen beeindruckt. „Alles Geld, was man hierfür gibt, ist gut angelegtes Geld. Die Menschlichkeit der Welt entscheidet sich am Schicksal Afrikas“, gab er den Gästen der Ballnacht vor Beginn des Abendessens noch mit auf den Weg.

Karlheinz Böhm, der immer wieder auf die große Diskrepanz zwischen unglaublichem Reichtum in unserer Welt und abgrundtiefer Armut in Afrika einging, hatte sich vorab gewünscht, dass ein, vielleicht auch zwei Millionen Euro zusammenkämen. „Meine Motivation ist Wut“, bekannte er in seiner Rede, und würdigte Horst Köhler als einen der ganz wenigen Politiker weltweit, der wirklich begreift, wie wichtig die Hilfe für diesen Kontinent ist.

Die in Frack, Smoking und kostbaren Abendroben gewandeten Gäste waren ab 18 Uhr im Hotel eingetroffen, wo Generaldirektor Rainer Bürkle sie persönlich am roten Teppich begrüßte. Zwar sei eine Wiener Ballnacht für die Hotelgruppe keine Premiere, aber diese erste Nacht in Berlin zum 50. Jahrestag der Sissifilme sehr wohl ein wichtiges Ereignis, umso mehr, wenn sie dem guten Zweck diene. Dafür haben sich viele Sponsoren engagiert. Bürkle dankte vor allem der Daimler-Chrysler-Bank, aber auch der Stadt Wien für die ihre große Unterstützung. Viele namhafte Gäste waren gekommen, allen voran die äthiopischstämmige Schauspielerin Dennenesch Zoudé, die den Abend moderierte. Unter den Gästen fanden sich dann auch Topmodell Nadja Auermann, der österreichische Botschafter Christian Prosl, geschmückt mit dem Bundesverdienstkreuz, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, die ehemalige Berliner Justizsenatorin Lore Maria Peschel-Gutzeit, Renate Brauner, Stadträtin von Wien sowie der äthiopische Botschafter Amanuel Hiruy mit Gattin Mehret Kidanu, beide im traditionellen äthiopischen Gewand.

Während im Ballsaal noch Wiener Leckereien wie Griesnockerl Suppe und Tafelspitz verzehrt wurden, versammelten sich draußen schon die bezaubernden Debütantinnen mit ihren cremefarbenen Roben und glitzernden Krönchen in sorgfältig aufgesteckten Frisuren. Nach den engagierten und ernsten Anklängen ging der Abend nach bester Wiener Manier ins Tänzerische über, als es schließlich hieß: „Alles Walzer!“

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