Zeitung Heute : Gut gefahren

Paul Janositz

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland war im April 2004 so niedrig wie noch nie zuvor. Wie kam es dazu?

Noch sterben zu viele Menschen im Straßenverkehr. Doch nach den neuesten Zahlen sind es so wenig, wie noch nie seit 1953, als die Statistik eingeführt wurde. Wie das Statistische Bundesamt jetzt bekannt gab, ließen im April 2004 noch 440 Menschen ihr Leben auf Deutschlands Straßen. Das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, in dem 530 Tote gezählt wurden. Ebenfalls rückläufig war die Zahl der Verletzten. Sie sank binnen eines Jahres um sechs Prozent auf 35100. Dagegen nahm die Gesamtzahl der Unfälle leicht zu, um zwei Prozent auf 183900.

Wenig überrascht von der aktuellen Entwicklung zeigt sich ADAC-Experte Maximilian Maurer. „Seit den 70er Jahren gibt es bei den Verkehrstoten eine abnehmende Tendenz“, sagte er dem Tagesspiegel. In den Jahrzehnten davor hatte die Zahl dagegen stetig zugenommen. Entscheidend sei Anfang der 70er Jahre die Einführung der Gurtpflicht und später der Einbau von Airbags gewesen. Weitere Meilensteine waren elektronische Hilfen – fürs Bremsen ( ABS) und zur Stabilisierung (ESP). Auch zur Verstärkung von Karosserien und zur Optimierung von Knautschzonen trug der Computer entscheidend bei. „Wo früher gestorben wurde, wird jetzt verletzt“, sagt Maurer. Manchmal geht es noch glimpflicher aus, wenn beispielsweise Ratterbelag am Straßenrand vom Sekundenschlaf bedrohte Fahrer wachrüttelt. Auch Leitplanken vor Alleebäumen oder zunehmendes Fahrertraining, wie es auch der ADAC anbietet, schützen.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!