Zeitung Heute : Gute Besserung

Kurt Sagatz

Ebay darf jetzt auch mit Medikamenten handeln. Was muss im vorhinein geschehen, damit eine Arznei im Internet verkauft werden darf?

Dass Medikamente überhaupt über das Internet verkauft werden dürfen, verdankt der Verbraucher einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs von Ende 2003. Das Gericht hatte entschieden, dass ein Versandverbot für in Deutschland zugelassene Medikamente nicht rechtens sei. Seit Anfang des Jahres dürfen nun auch nach deutschem Recht Medikamente, auch verschreibungspflichtige, versandt werden. Allerdings muss die Onlineapotheke dafür zugelassen sein. Inzwischen gibt es etwa 600 Internetapotheken, von denen nun – im Rahmen der jetzt neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen – einige Ebay als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen. Dabei geht der Internetmarktplatz weniger weit, als es das deutsche Recht erlauben würde: Denn auf Ebay werden nur Arzneimittel verkauft, die nicht verschreibungspflichtig sind. Medikamente per Internet bestellen, das bieten jedoch nicht nur die Ebayapotheken oder Anbieter wie DocMorris an. Auch die stationären Apotheken wollen von der einfachen Internetbestellung profitieren. Etwa 5000 von ihnen haben sich im Aponet (www.aponet.de) zusammengefunden, der Verbundseite der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände. Auch dort können Medikamente online bestellt werden. Statt der Postlieferung werden sie allerdings anschließend in der am nächsten liegenden Apotheke abgeholt – oder per Homeservice nach Hause gebracht. Welches System beim Preis die Nase vorn hat, wird davon abhängen, ob der Rabattvorteil der Internetversender nicht von den Versandkosten aufgefressen wird.

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