Zeitung Heute : Gute Seiten - Schlechte Seiten: Digitales Klönen

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Was denken Eltern über BSE, Schwarzgeldkonten, Slip-Einlagen, Handys, Pelze und die Stundenpläne ihrer schulpflichtigen Kinder? Das erfährt man auf der Hausfrauenseite.de. Die Umfragen sind brandaktuell, witzig und höchst unrepräsentativ, versteht sich. Mütter als Nutzer sind hier überdurchschnittlich vertreten. Die "Weiberecke" gibt ihnen eine Möglichkeit zum digitalen Klönen. Geburtserlebnisse und Babyfotos werden ausgetauscht, gemeinsame Protestaktionen gegen Süßwaren an der Supermarktkasse werden gestartet, und wer weibliche Solidarität jemals vermisst hat, kann sie hier erfahren. Selbst der Kriegsbeil zwischen berufstätigen Müttern und "nur Hausfrauen" wird begraben. Das (Haus)frauendasein nimmt die Hausfrauenseite so gerne auf die Schippe, wie es sich nur eine nicht-kommerzielle Website leisten kann. Zwar blinken hier auch ein paar Werbebanner. Aber die Betreiberin Carola Enning, zweifache Mutter mit Teilzeitjob, beteuert, dass sie nur für Produkte wirbt, die sie selber gut findet. Und das glaubt man ihr sogar.

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