Zeitung Heute : Guter Rat ist nicht teuer

Der Tagesspiegel

Von Heike Jahberg

Geht es nach dem Willen von Ministerin Renate Künast, sollen sich Bürger mit ihren Fragen und Sorgen künftig auch an die staatlichen Behörden wenden dürfen. Aber schon heute gibt es ein Netz von Anlaufstellen, die den Verbrauchern zur Seite stehen. Hier eine Auswahl:

Verbraucher-Zentralen: Sie bieten Ratsuchenden persönliche Beratungen zu zahlreichen Themen an. Die Bandbreite der Verbraucherzentrale (VZ) Berlin umfasst beispielsweise Rechts-, Versicherungs-, Spar- und Anlageberatung, Mieter- und Patientenberatung, aber auch Schuldner- und Insolvenzberatung. Des Weiteren findet man bei der VZ auch Experten zu den Themen Ernährung, Bau- und Wohnberatung sowie Baufinanzierung. Die Beratungsgespräche sind jedoch kostenpflichtig. Telefonische Beratungen schlagen mit 1,86 Euro pro Minute zu Buche, persönliche Beratungsgespräche kosten zwischen 7,50 Euro (Rechtsberatung) und 51 Euro (Baufinanzierung). Welche Kosten im Einzelnen anfallen und wie man sich für eine Beratung anmeldet, können Sie unter der Rufnummer 030/21485-0 erfragen.

Die Angebote der VZ sind jedoch regional unterschiedlich. Bundesweit gibt es derzeit 240 Beratungsstellen vor Ort. Wer erfahren möchte, wo sich die nächste Beratungsstelle befindet, sollte sich bei der jeweiligen Verbraucher-Zentrale des Bundeslandes erkundigen. Bei den Verbraucher-Zentralen können Sie oft noch weitere Einrichtungen erreichen. So sind dort die Schlichtungsstellen für Textil (Beispiel: Ärger mit chemischen Reinigungen) angesiedelt. In Nordrhein-Westfalen gibt es bei der VZ Düsseldorf außerdem die bundesweit erste Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personennahverkehr – allerdings beschränkt auf Beschwerden über nordrhein-westfälische Unternehmen.

Stiftung Warentest: Aktuelle Tests von Waren und Dienstleistungen können Sie einmal monatlich in der aktuellen Ausgabe von „test“, Untersuchungen von Finanzdienstleistungsangeboten in der Zeitschrift „Finanztest“ nachlesen. Weitere Fragen zu den Tests beantwortet der Leserservice (Tel: 0190/583781 für „test“-Artikel, 01090/583781 für „Finanztest“) zu einem Preis von 62 Cent in der Minute. Informationen findet man auch im Internet unter www.warentest.de . Vier Tests im Monat werden dort kostenlos verbreitet, wer sich für andere Themen aus den Heften interessiert, muss für den Download zwischen 50 Cent und 2,50 Euro zahlen.

Deutscher Mieterbund: Mieter können sich mit rechtlichen Fragen an die Juristen des Deutschen Mieterbundes in Köln wenden. Voraussetzung: Man muss vorher Mitglied werden. In Berlin erreichen Sie den Mieterverein telefonisch unter: 030/226260. In der Hauptstadt gibt es darüber hinaus zahlreiche weitere Mieterschutz-Organisationen. Sie finden diese im Telefonbuch.

Ombudsleute: Ombudsleute bieten Verbrauchern kostenlos die außergerichtliche Klärung von Streitfällen an. Sie sind bei den jeweiligen Branchenverbänden angesiedelt. Ombudsleute existieren bislang im Bereich der Versicherungen (Tel: 030/2060-580) und speziell für privat Krankenversicherte (01802/550444). Kunden von Privatbanken können sich an die Kundenbeschwerdestelle beim Bundesverband deutscher Banken, Burgstraße 28, 10178 Berlin, wenden. Die Volksbanken arbeiten derzeit am Aufbau eines eigenen Ombudsmannsystems, bei den Sparkassen werden die Kundenbeschwerden von den juristischen Abteilungen der Regionalverbände bearbeitet. In Berlin zuständig: der Ostdeutsche Spar- und Giroverband (Tel.: 030/2069-01).

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