Zeitung Heute : Gutes Klima für die Fischbestände?

Der Tagesspiegel

Die Befürchtung, die Meere könnten durch die Fangflotten bald völlig überfischt sein, ist durchaus real. Aber nicht nur die Fischerei hat einen großen Einfluss auf die Bestände in den Meeren, es kommt auch durch natürliche Einflüsse zu großen Schwankungen. Es sind meist Wechselwirkungen zwischen klimatischen Ursachen und Folgen, die sich auf die Lebensbedingungen der Populationen auswirken. Doch wie diese hoch komplizierten Regelkreise verlaufen, ist bisher noch nicht ausreichend bekannt.

Die Speisefische stehen schließlich auch weit oben auf der Skala der Nahrungskette. Ist ihr Futter rar, bleiben die Bestände klein. Das Angebot von Futtermenge und -qualität hängt wiederum von physikalischen Faktoren ab, die vom Klima beeinflusst werden. Da kann es um langfristige und großräumige Veränderungen gehen. Das Klima wirkt sich auf die Temperatur und den Salzgehalt des Wassers aus sowie auf Strömungen und Turbulenzen. Diese wiederum beeinflussen die Anzahl von Schwebeteilchen im Wasser und damit die Menge des Lichtes, das von pflanzlichen Organismen für das Wachstum benötigt wird. Alles miteinander verzahnte Abläufe also, die vom Klima bestimmt werden – lange bevor der Mensch mit seinen schwimmenden Fischfabriken eingreift.

An der Erkundung dieser Zusammenhänge arbeiten jetzt 70 Wissenschaftler aus sieben meereskundlichen Forschungsstätten Deutschlands. Das Projekt mit dem Titel „Trophische Wechselwirkungen zwischen Zooplankton und Fischen unter dem Einfluss physikalischer Prozesse" wird vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde koordiniert, das Bundesforschungsministerium fördert es mit 3,89 Millionen Euro. Die Arbeit ist Teil des internationalen Programms GLOBEC (Global Ocean Ecosystem Dynamics). gih

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