Zeitung Heute : Gutes Spiel

Die Beziehungssimulation „Singles“ präsentiert sich als Nachfolger von „Sex and the City“

Benedikt Plass

Die sechste Staffel von „Sex and the City“ ist diese Woche auf Pro 7 angelaufen. In der US-Serie sind bekanntlich vier New Yorker Single-Frauen auf der Suche nach dem Partner fürs Leben. Genau wie die „Singles“ aus dem gleichnamigen PC-Spiel von Koch Media. Die Beziehungssimulation konzentriert sich voll auf den Aspekt, den der Hauptkonkurrent „Die Sims“ vernachlässigt: die Annäherungsversuche der digitalen Alter Egos.

Zunächst entscheidet der Spieler, welche beiden Singles er zusammenbringen will. 13 einsame Herzen stehen zur Wahl. Allerdings ausschließlich ziemliche Klischee-Gestalten: Da gibt es bei den Frauen etwa die Verführerin Natasha, außerdem Lisa, den Kumpeltyp zum Pferdestehlen. Und Ellen, die sensible Nachwuchswissenschaftlerin mit Rollkragenpullover. Vertreter des männlichen Geschlechts sind unter anderem der weißhäutige Grufti Nicolas, von Beruf Musiker, und Softi Berny, der Frauen-Versteher in Rentierpulli und Korksandalen.

Im „Pink“-Modus dürfen sich auch zwei Männer oder zwei Frauen dem Flirten hingeben. Jedoch nicht in freier Kombination der vorhandenen Charaktere. Stattdessen haben die Entwickler zu den Frauen noch den homosexuellen Tom gepackt. Der spielte laut Charakterbeschreibung schon als Kind lieber mit Puppen und hat nun sein Faible für Styling zum Beruf gemacht.

Hat man sich sein Wunschduo ausgesucht, lässt man das potenzielle Liebespärchen in eine gemeinsame WG einziehen. Anfangs ist ein kleines Appartement das höchste der Gefühle. Als etwas luxuriösere Variante winkt fleißigen Spielern eine Villa nebst Swimming-Pool. Das Glück der Singles hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie sich in ihrer Wohnung wohl fühlen. Dazu müssen sie die veraltete Einrichtung durch neue Möbel austauschen.

In den Kategorien Freundschaft, Romantik und Erotik kommen sich die Singles näher. Ein Plausch beispielsweise führt zu einer Steigerung des Freundschaftswertes, wodurch nach und nach weitere „Interaktionsmöglichkeiten“ frei geschaltet werden. „Singles" erhielt von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) eine Freigabe ab 16 Jahren. Pornographisch wird es trotzdem nie – Kuschelsex im Bett ist das höchste der Gefühle.

Singles: Flirt up your life!, Koch Media, rund 35 Euro, ab 16 Jahren. Windows-PC ab 500 Megahertz.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben