Zeitung Heute : Guttenberg beliebter als Merkel

Politbarometer: Wirtschaftsminister an der Spitze – und die Kanzlerin baut Abstand zu Steinmeier aus

Matthias Schlegel
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Berlin - Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird von den Deutschen derzeit als wichtigster Politiker angesehen. Im aktuellen Politbarometer, das die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag von Tagesspiegel und ZDF erstellte, löste Guttenberg an der Spitze der Top Ten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab, die diese Position von Jahresbeginn an innegehabt hatte. Der vor fünfeinhalb Monaten ernannte Wirtschaftsminister erreichte auf der +5/-5-Skala einen deutlich verbesserten Durchschnittswert von 2,1 (plus 0,3), die Kanzlerin verschlechterte sich leicht von 2,1 auf 2,0. Allerdings wird Merkel von den eigenen Anhängern, also der Wählerklientel der Union, nach wie vor besser eingeschätzt als der CSU-Mann.

Weit abgeschlagen folgen in der Umfrage die SPD-Politiker Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier auf den Plätzen drei und vier. Linksfraktionschef Gregor Gysi schaffte den Sprung zurück in die Liste der zehn wichtigsten Politiker, während Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht mehr zu diesem Kreis gezählt wurde.

Trotz des Wechsels an der Spitze der Top Ten baute Angela Merkel ihren Vorsprung gegenüber ihrem Kontrahenten Steinmeier bei der Frage, wer Bundeskanzler werden soll, weiter aus. 62 Prozent der Befragten sprachen sich für Merkel aus, damit erhielt sie drei Prozentpunkte mehr als im vorangegangenen Politbarometer. Nur noch 25 Prozent wünschten sich den SPD-Kandidaten als Bundeskanzler, der damit drei Prozentpunkte verlor. Der komfortable Vorsprung Merkels resultiert vor allem aus dem Rückhalt von den eigenen Parteianhängern, bei denen sie auf eine Zustimmung von 91 Prozent kommt. Steinmeier bringt es in den eigenen Reihen gerade mal auf 50 Prozent. Im Osten ist Merkel mit 67 Prozent noch etwas stärker als im Westen mit 61 Prozent. Steinmeier kommt im Westen auf 26 Prozent, im Osten nur auf 20 Prozent.

Wären am kommenden Sonntag Bundestagswahlen, würden Union und FDP zusammen 50 Prozent der Stimmen erreichen. Diese Koalition vergrößerte ihren Abstand zu anderen Bündnissen leicht, weil die FDP mit 14 Prozent um einen Prozentpunkt besser bewertet wurde als in der vorangegangenen Umfrage und die SPD mit 24 Prozent einen Punkt verlor. Die Union blieb unverändert bei 36 Prozent. Für das Politbarometer befragten die Mannheimer Wahlforscher in der Zeit vom 21. bis 23. Juli telefonisch 1224 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland.

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