Zeitung Heute : Guttenberg: Nato hat keine Allheilkraft

„Afghanistans Nachbarn stärker einbinden“

Berlin - In der Debatte um einen Abzugstermin der alliierten Truppen und damit auch der Bundeswehr aus Afghanistan hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) realistische Zielmarken angemahnt. Wichtig sei aber, dass der Beginn des Rückzugsprozesses „nicht ständig hinausgeschoben wird“, sagte er dem Tagesspiegel. Der Minister betonte dabei die Bedeutung des neuen Konzepts der Nato: „Wir brauchen einen signifikanten Erfolg bei den Bemühungen, die Sicherheit in afghanische Hände zu legen.“ Gleichzeitig kritisierte er, dass über langfristige Strategien der militärischen Präsenz noch viel zu wenig nachgedacht worden sei. „In diese Verantwortung könnten verstärkt Nachbarstaaten eingebunden werden. Die Allheilkraft der Nato hat Grenzen.“ Zu dem durch die neue Stratgie möglicherweise erhöhten Risiko für deutsche Soldaten sagte Guttenberg: „Wir sollten uns davor hüten, diese Gefahren in Kategorien einzuteilen. Der bisherige Ansatz mit Patrouillen hat dazu geführt, dass Aufständische sozusagen an der Uhr ablesen konnten, wann und wo sie eine Patrouille angreifen konnten. Auch der neue Ansatz setzt voraus, dass man verteidigungsfähig sein muss. Unsere Soldaten müssen von ihrer Waffe Gebrauch machen können. Das ist allerdings in der Vergangenheit von einigen nur schüchtern kommuniziert worden.“ lem

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