Zeitung Heute : Guttenberg nur per Ausnahme zum Doktor CSU-naher Professor half

nach mäßigem Studium

Gefragter Mann. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte am Montag in München, er wolle sich jetzt seinen politischen Aufgaben zuwenden. Foto: Peter Kneffel/dpa
Gefragter Mann. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte am Montag in München, er wolle sich jetzt seinen...Foto: dpa

Berlin - Verteidigungsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nur mit der Ausnahmegenehmigung eines CSU- nahen Professors an der Universität Bayreuth promovieren dürfen. Dies erfuhr der Tagesspiegel am Montag aus Fakultätskreisen. Wie es hieß, sei Guttenbergs juristisches „Prädikatsexamen“, mit dem er auch in seinem Lebenslauf warb, nur ein sogenanntes „kleines Prädikat“ mit der Note „befriedigend“ im „unteren Bereich“. Mit einer solchen Examensnote sind juristische Promotionen nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Außerhalb Bayerns gilt auch erst ein „vollbefriedigend“ als Prädikatsexamen. Guttenberg lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Nach der Bayreuther Promotionsordnung „kann“ der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät einen Bewerber mit Guttenbergs Notenschnitt nur „ausnahmsweise“ zur Promotion zulassen. Dekan war bei Guttenbergs Zulassung 2006 Karl-Georg Loritz. Der Professor für Zivilrecht war in den siebziger Jahren Vorsitzender der Jungen Union in der CSU-Vorstandschaft der bayerischen Kreisstadt Schwandorf. Im Januar war er Hauptredner beim Neujahrsempfang der Schwandorfer CSU. Auf der Website des Ortsverbandes steht, Loritz sei der Partei „bis heute verbunden“. Aus der Fakultät hieß es weiter, die Zulassung eines „befriedigend“-Kandidaten sei nicht ungewöhnlich. Dass der Kandidat dann die Bestnote „summa cum laude“ erziele, sei möglich, aber „nicht der Regelfall“.

Neben Loritz mussten laut Promotionsordnung noch zwei weitere Professoren die Ausnahme-Promotion befürworten. Dies waren nach Tagesspiegel-Informationen der Erstgutachter der Dissertation Peter Häberle sowie der Zweitgutachter Rudolf Streinz. Guttenberg konnte ferner die in seinem Fall benötigten beiden, mindestens mit „gut“ bewerteten Seminarscheine vorlegen. Der Dekan der Fakultät, Markus Möstl, verweigerte unter Hinweis auf den Datenschutz Auskünfte zur Zulassung und zur Examensnote. neu

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