Zeitung Heute : Gysi droht Spreequell mit Strafgeldern

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Weißensee. Der Senat schaltet sich in die Debatte um den Erhalt des Getränkeherstellers Spreequell ein. Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) sicherte am Montag nach einem Gespräch mit Vertretern der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststä tten (NGG) und vom Betriebsrat der Belegschaft seine Unterstützung zu. „Der Wirtschaftssenator gibt den Standort noch nicht auf, er wird um ihn kämpfen“, sagte der Sprecher von Gysi, Christoph Lang.

Das zum Brau-und-Brunnen- Konzern gehörende Unternehmen hatte angekündigt, die Produktion in Berlin zu schließen und nach Brandenburg zu verlagern. Gysi habe angeboten, in Gesprächen mit dem Vorstand zu vermitteln. „Der Senator ist jederzeit offen fü r Gespräche“, sagte Lang. In einem Brief an den Brau-und-Brunnen-Vorstand wolle Gysi das Unternehmen darauf hinweisen, dass Spreequell Investitionsförderungen des Landes Berlin erhalten und im Gegenzug versichert habe, den Standort im Stadtteil Weißensee für fünf Jahre zu erhalten. „Diese Frist läuft erst im Mai 2003 aus“, betonte der Sprecher. Es werde nun geprüft, ob und in welcher Höhe die Fördermittel zurückgefordert werden kö nnen, sollte das Unternehmen seine Zusicherungen nicht halten. Eine zusätzliche Vertragsstrafe sei dann nicht ausgeschlossen. Zudem sei das Gelände an der Indira-Gandhi-Straße als Industriegelände ausgewiesen und könne nicht ohne weiteres in eine Dienstleistungsfläche umgewandelt werden.

Die Gewerkschaft NGG zeigte sich nach dem Treffen mit Gysi optimistisch. „Das Gespräch mit dem Wirtschaftsenator gibt uns zusätzliche Hoffnung“, sagte NGG- Landesbezirkschef Edmund Mayer. Auch der Spreequell-Betriebsratsvorsitzende Frank Boehnke bezeichnete das Gespräch mit Gysi als „sehr Erfolg versprechend. Er hat uns auch ganz konkrete Hoffnung gemacht.“ Mehr wolle er aber nicht sagen, um Gysis Aktivitäten nicht vorzugreifen. Die Vertreter von Gewerkschaft und Betriebsrat wollten noch am Montag in Dortmund mit Brau-und-Brunnen-Chef Michael Hollmann reden. ddp/obs

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