Zeitung Heute : Haft für Baulöwe Roland Ernst

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Bochum (dpa). Der Heidelberger Bauprojekte-Entwickler Roland Ernst (65) ist vom Bochumer Landgericht am Mittwoch zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter bestraften Deutschlands einstmals größten „Baulöwen“ wegen Untreue, Angestellten-Bestechung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Ernst hatte vor der 13. Strafkammer gestanden, Scheinrechnungen in Millionenhöhe ausgestellt zu haben, um zwei Manager der Deutschen Bahn Ende der 90er Jahre bestechen zu können.

„Das Strafmaß ist einfach überzogen“, sagte der 65-Jährige im Anschluss an die Verhandlung. Die Untreuehandlungen, die zwei Firmen betrafen, an denen er selbst beteiligt war, wolle er auf keinen Fall akzeptieren. Er habe den Unternehmen nicht geschadet, sondern geholfen, sagte der Heidelberger auf dem Gerichtsflur. Um den Geldforderungen der Bahn-Manager nachkommen zu können, hatte Ernst einen Makler beauftragt, fiktive Leistungen zu berechnen. Über Gegenrechnungen flossen rund fünf Millionen Mark an Ernst zurück. Das Bargeld erhielten die inzwischen verurteilten Bahnangestellten. Da die Bargeldbestechung jedoch verjährt ist, konnte der Unternehmer nur wegen einer Immobilie im australischen Sydney verurteilt werden, an der er die Eisenbahn-Manager beteiligen wollte. In den anderen Fällen konnte nur noch eine Bestrafung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung erfolgen. Ernst wurde allerdings zugute gehalten, dass die Bestechungsinitiative nicht von ihm ausging. Er war durch Projekte wie die Hackeschen Höfe und die Galerie Lafayette in Berlin bekannt geworden.

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