Zeitung Heute : Hasta la vista

Warum die „Latinos“ in Kalifornien wahlentscheidend sind

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Im Verhältnis leben die meisten Amerikaner in Kalifornien. Der Bundesstaat an der Westküste ist aber auch derjenige mit den größten demoskopischen Umwälzungen. Während vor knapp fünfzehn Jahren noch drei Viertel der Bevölkerung dort nichthispanische Weiße waren, ergab eine Volkszählung im Jahr 2000 deutlich anderes. Sie stellten erstmals nicht die Mehrheit. Von 35 Millionen Menschen waren nur 16 Millionen nichthispanisch. Die Folgen der Verschiebungen: eine veränderte parlamentarische Ausrichtung. Die Republikaner konnten wegen der von ihnen erlassenen drastischen Einwanderungsbeschränkung kaum Wähler bei den „Latinos“ gewinnen. So kann in Kalifornien eine Minderheit (bezogen auf die USA) maßgeblich nicht nur für die Wahl des Gouverneurs, sondern auch für die des Präsidenten sein. Eine HarvardStudie bezeichnete die hispanischen Weißen als Sperrminorität: „Um das Weiße Haus zu nehmen, muss ein Kandidat Kalifornien gewinnen“, hieß es, „und um Kalifornien zu gewinnen, braucht man die Latinos“.

Um keine zusätzlichen Barrieren zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen in Kalifornien zu errichten, wurde der zweisprachige (wahlweise in Englisch oder in Spanisch) Unterricht in Schulen abgeschafft. Nicht, um die „Hispanics“ zu diskriminieren, auch nicht vornehmlich, um sie zu integrieren – sondern, um die Chancen der Schüler anzugleichen und zu erhöhen.nan

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