Zeitung Heute : Hauptstadt virtuell

Am Montag öffnete das "Forum Mediale" seine Pforten. Bis zum 30. Juni präsentiert die Ausstellung im neuen Wissenschaftsforum am Gendarmenmarkt Berliner Multimedia-Projekte aus Forschung, Lehre, Kunst und Kultur. Die Veranstaltung, die vom Forschungsmarkt Berlin in Zusammenarbeit mit der IBB (Investitionsbank Berlin) und Stadt des Wissens ins Leben gerufen wurde, bildet den Auftakt für das diesjährige "Schaufenster der Wissenschaft".Den Besucher erwarten rund 20 Exponate aus den Bereichen Virtual Reality, Web-Design und Telemedizin. Bei vielen Installationen ist es dabei möglich selbst Hand anzulegen. So kann man per Joystick das virtuelle Hauptstadt-Modell "Berlin 2010" erforschen und dabei einen Blick aus der Chefetage des Sony-Center werfen oder im Transrapid in den Lehrter Stadtbahnhof einfahren. Bereits seit 1995 arbeitet die Firma "artemedia" an dem inzwischen größten virtuellen Stadt-Modell der Welt, das ansonsten den Besuchern der Info-Box am Potsdamer Platz zur Verfügung steht.Das Online-Museum "LeMO" zeigt, was mit der neuen Internet-Programmiersprache VRML (Virtual Reality Modeling Language) im Bereich des Webdesigns schon machbar ist. In 30 dreidimensionalen Computerlandschaften kann der Besucher des "Forum Mediale" die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts per Maus durchqueren. Dabei verweisen zahlreiche Objekte auf die über 4000 Internet-Seiten, die mit sehr vielen Bild-, Ton- und Filmdokumenten angereichert wurden.Leicht enttäuscht zeigte sich Ausstellungsleiterin Michaela Kirchner über die technische Ausstattung des Wissenschaftsforums. Denn der OP 2000, "das Highlight der Exponate konnte leider nicht vor Ort realisiert werden". Aufgrund der fehlenden Glasfaserverkabelung mußte die Demonstration des Operationssaales der Zukunft in die Charité verlegt werden. Dort führt Dr. Georgi Graschew von der Robert-Rössle-Klinik am Max Delbrück Centrum eine simulierte Operation via Telekonferenz vor. Eine Live-Schaltung zwischen Charité, Robert-Rössle- und Virchow-Klinik soll das Prinzip der "verteilten medizinischen Intelligenz" veranschaulichen.Heute um 17 Uhr wird im Wissenschaftsforum diskutiert. "New Media City Berlin" heißt die Veranstaltung, bei der Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur über den Stellenwert Berlins im Bereich der Informations- und Kommunikations-Technologien streiten werden.

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