HAUPTSTADTKUNST„Berlin.Status“ : Gallische Dörfer

„Chaotisch und überbordend“ soll die Ausstellung „Berlin.Status“ im Künstlerhaus Bethanien werden, verspricht Leiter Christoph Tannert, „so wie die Stadt selbst“. Eine Momentaufnahme der vielfältigen Hauptstadtszene, mit mehr als 50 Künstlerinnen und Künstlern. Gab es das nicht schon einmal? Ach ja, wir erinnern uns, im vergangenen Jahr versuchte das bereits Klaus Wowereits Leistungsschau „Based in Berlin“.

Tannert und Mitkurator Sven Drühl haben sich vorgenommen, eine Schau jenseits von Moden und Diskursen, jenseits von Aktionismus zusammenzustellen – das könnte als Seitenhieb auf die Ende April beginnende Berlin Biennale verstanden werden. Malerei, Zeichnung, Fotografie und Installation gibt es zu sehen, viel Farbe, Ornamentales, Abstraktes und eine Lust an Perfektion, eine Nähe zum Design, ohne dabei nur Dekor zu sein. Berlin ist mittendrin in der globalisierten Kunstwelt – und gleichzeitig Rückzugsort, um ganz persönliche Blickweisen auf die Welt zu erproben, so die These. Die Künstlerin Hadassah Emmerich etwa balanciert ihre deutsch-niederländisch-chinesisch-indonesischen Wurzeln in Graphiken und Wandmalereien aus. Bildgewaltig packt der 1980 geborene Schotte Andrew Gilbert Kapitel der Kolonialgeschichte an (Foto). Die Japanerin Kei Takemura macht aus Stoff und Stickereien transparente Erinnerungsbilder, vom Haus ihrer Großmutter oder der Berliner Wohnung ihres serbischen Nachbarn. Prominente Namen wie Michael Sailstorfer, Ralf Ziervogel oder Jorinde Voigt mischen sich unter die Nachwuchskünstler. Anna Pataczek

Künstlerhaus Bethanien, Do 12.4., 19 Uhr

(Eröffnung), Fr 13.4. bis So 6.5., Di-So 14-19 Uhr,

Eintritt frei

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