Zeitung Heute : Hauptstadtroute: Paris-Flüge im Aufwind

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Die Flugverbindung zwischen Berlin und Paris entwickelt sich immer mehr zur Rennstrecke. Etwa 10 000 monatliche Reisende allein aus der Hauptstadtregion und eine Auslastung der Maschinen von durchschnittlich 86 Prozent haben die Air France veranlasst, mit Beginn des Winterflugplans das Angebot um ein sechstes tägliches Flugpaar zu erweitern. Weil jeder zweite Passagier den Flughafen Charles de Gaulle als Drehkreuz für Langstrecken nutzt, soll dort der Service für Transitreisende aus der Bundesrepublik jetzt durch den verstärkten Einsatz deutschsprachigen Personals verbessert werden.

"Wir planen sogar, einen Teil des Flughafens zu germanisieren", sagt Dagmar Schmidt-Huse, Chefin der seit 1999 in Berlin konzentrierten Direktion für Norddeutschland. Die Umsteigeverbindungen haben der Air France gegenüber der Konkurrenz - die Lufthansa bietet drei tägliche Flüge - auf der Hauptstadtroute einen 83-prozentigen Marktanteil verschafft. Im Rahmen der Sky Team-Allianz mit Delta Air Lines, Korean Air und Aeromexico bestehen Anschlüsse zu 263 Zielorten in 87 Ländern. Mit mehr als 14 200 wöchentlichen Städteflügen bei unter zwei Stunden Umsteigezeit bietet Paris mehr Anschlüsse als Frankfurt am Main und London zusammen. Zur weiteren Verbesserung ihres bereits legendären Bordservices investiert Air France 28,5 Millionen Mark in eine neue Innenausstattung der Kabinen, die im kommenden Jahr abgeschlossen wird. Gleichzeitig wird das kulinarische Angebot noch einmal vergrößert und die weltweite Zahl der Vielfliegerlounges bis Ende 2001 auf über 50 gesteigert.

Obwohl der Anteil der Geschäftsreisenden steigt, lässt das Aufkommen aus Berlin noch keine Nonstopflüge zu anderen Zielorten in Frankreich zu. "Wir prüfen die Möglichkeiten für 2001/2002", so Deutschland-Direktor Franck Thiébaut. Bisher setzt man auch hier auf schnelle Anschlüsse via Charles de Gaulle, wobei auch die Fahrten des Hochgeschwindigkeitszuges TGV vom Airport-Bahnhof beispielsweise nach Bordeaux, Lille, Lyon und Marseille per Flugticket gebucht werden können.

Vier Monate nach der Absturzkatastrophe ist das Interesse der Geschäftsreisenden an einer Wiederaufnahme der Concorde-Flüge nach New York groß. Auch von Kunden aus der Bundesrepublik gibt es eine Vielzahl von Nachfragen, so Thiébaut. Deshalb will auch Air France den Überschallverkehr baldmöglichst wieder aufnehmen. Der Deutschland-Direktor hofft, dass die Concorde im Herbst nächsten Jahres wieder an den Start gehen kann.

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