Zeitung Heute : Haustüren: Auf Nummer sicher gehen

Eva Neumann[dpa]
Schön – aber auch solide? Beim Eingang zählt nicht nur die Optik. Foto: Thilo Rückeis
Schön – aber auch solide? Beim Eingang zählt nicht nur die Optik. Foto: Thilo RückeisFoto: Thilo RŸckeis TSP

Um sie kommt keiner herum: Die Haustür ist das Nadelöhr, durch das Bewohner und Besucher hindurch müssen. Entsprechend vielfältig sind die Anforderungen an das gute Stück. Sie soll schmücken, viele Jahre lang Wind, Wetter und Lärm draußen und die Wärme drinnen halten und Dieben den Zutritt verwehren. Damit eine Haustür all das leisten kann, muss sie sorgsam ausgewählt werden.

MATERIAL

Von kostengünstigem Kunststoff über Aluminium bis zu edlem Holz – mit jedem Material lassen sich Türen unterschiedlicher Stilrichtungen gestalten. „Holztüren strahlen Natürlichkeit aus und bieten eine große gestalterische Vielfalt“, erläutert Ulrich Tschorn, Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren in Frankfurt. „Metalltüren bestechen durch ihre statischen Qualitäten und ihre Robustheit. Kunststofftüren lassen sich mit einem sehr geringen Aufwand pflegen.“

DESIGN

„Die Eingangstür eines Einfamilienhauses muss zur Architektur und zu den Bewohnern passen“, sagt Birgit Schwarzkopf, Innenarchitektin aus Düsseldorf. Im Schwarzwaldhaus etwa könne eine hochmoderne Aluminiumtür zum Dorn im Auge werden, im modernen Würfelbau wirke eine Holztür mit geschnitzten Ornamenten unpassend. „Wer offenen Auges durch ein Wohngebiet geht und dabei Türen, die gut gefallen, fotografiert, kann diese Fotos einem Schreiner vorlegen“, schlägt Schwarzkopf vor. Ideen kann man sich auch in Türausstellungen von Fachbetrieben oder auf Messen holen. Daneben bieten viele Hersteller auf ihren Internetseiten Konfiguratoren, mit denen sich am Bildschirm die neue Tür zusammenstellen und in ein Bild des eigenen Hauses übertragen lässt.

LICHTEINFALL

„Ein Glasausschnitt bringt einerseits zusätzlich Licht in den Flur, andererseits erlaubt er Einblick ins Haus“, sagt Schwarzkopf. Wer Letzteres verhindern will, sollte auf das Deko-Element verzichten. Ein Oberlicht über der Tür oder eine Füllung aus Strukturglas seien Alternativen. „Auf jeden Fall muss bei der Verwendung von Glas bedacht werden, dass es dieselben Anforderungen an Wärmeschutz und Einbruchsicherheit erfüllt wie der Rest der Tür“, so die Innenarchitektin.

QUALITÄT

Eine qualitativ hochwertige Tür kann mit einem RAL-Gütesiegel gekennzeichnet sein. Daneben sollte beim Kauf auf einen guten Dämmwert geachtet werden, so dass durch die Tür nicht unnötig Heizenergie verloren geht. Stimmt dieser Dämmwert mit dem der Fassade überein, entstehen keine problematischen Wärmebrücken. Türen der Klimaklasse III halten auch hohen Temperatur- und relativen Luftfeuchtigkeitsdifferenzen stand.

EINBRUCHSICHERHEIT

Über die einbruchhemmende Wirkung gibt die Widerstandsklasse Auskunft. Einen guten Einbruchschutz böten zertifizierte Türen nach DIN V ENV 1627 ab der Widerstandsklasse (WK) 2, sagt Harald Schmidt von der Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. „Hier ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion – also bei Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag – keinen Schwachpunkt gibt.“

Ein zusätzlicher Sperrbügel verhindert das Aufstoßen einer spaltbreit geöffneten Tür. Durch einen Weitwinkelspion sieht man, wer klingelt. „Wichtig ist gute Beleuchtung, damit man auch am Abend sofort sieht, wer vor der Tür steht“, ergänzt Tschorn. Das bayerische Landeskriminalamt hat im Internet unter http://dpaq.de/sichereTueren eine Aufstellung einbruchshemmender Türen und Fenster veröffentlicht. Eva Neumann, dpa

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