Zeitung Heute : Havarie im Weltraum

Andreas Conrad

Längst ist der berühmte Hilferuf eine Redewendung geworden, meist scherzhaft eingesetzt zu jeder Variante alltäglicher Sorgen: „Houston, wir haben ein Problem.“ Sein Ursprung freilich war alles andere als komisch. Am 11. April 1970 war Apollo 13 auf Cape Canaveral gestartet, befand sich seit über zwei Tagen auf dem Flug zum Mond, als einer der Sauerstofftanks des Raumschiffs explodierte. Die geplante Mondlandung war damit hinfällig, und es war höchst fraglich, ob die Astronauten James A. Lovell, John L. Swigert und Fred Haise den Flug lebend überstehen würden. Zunächst einmal aber mussten sie doch noch um den Mond herum, zudem für den Rückflug in die angekoppelte Mondfähre umsteigen, deren Versorgungssystem aber nicht dafür ausgelegt war, drei Personen mehrere Tage lang am Leben zu erhalten.

Nun, bekanntlich hat es mit viel Improvisation und vor allem Glück doch geklappt – eine Geschichte „besser als jede Science-Fiction“, wie Oscar-Preisträger Tom Hanks schwärmte. Als Kind war er „ein totaler Space-Fan“, kannte die Namen der Astronauten aller Mondmissionen auswendig, selbstverständlich auch den von Kommandant James A. Lovell, den er 1995 in dem Spielfilm von Ron Howard dann selbst spielte und während der Dreharbeiten auch kennen lernte. Die Rolle des Apollo-Piloten Jack L. Swigert hatte Kevin Bacon übernommen, den Piloten der Mondfähre Fred Haise spielte Bill Paxton. Der technisch brillante Film, der sich weitgehend an die Ereignisse des Pannenfluges hält, gewann den Oscar für den besten Schnitt und den besten Ton und war in sieben weiteren Kategorien nominiert.

Der jugendlichen Begeisterung für die Raumfahrt und das Reiseziel Mond ist Tom Hanks auch danach treu geblieben, wie derzeit im Cinestar Imax im Sony-Center zu sehen ist. Gezeigt wird „Mission Mond 3D“, ein Film über die erste Mondlandung am 20. Juli 1969, produziert von Tom Hanks, der auch als Erzähler auftritt. Der 45-minütige, in Imax-3D-Technik gedrehte Film entführt in eine virtuelle Mondlandschaft, lässt an der ersten Mondlandung teilhaben, mittels originalgetreuer Animationen der Mondoberfläche und bisher unveröffentlichter Nasa-Aufnahmen.

Passend zur Vollmondnacht gibt es dazu an diesem Donnerstag eine Sondervorstellung. Im Foyer erwartet die Zuschauer das Modell eines Mondautos, das erst 1971 bei Apollo 15 dabei war, dazu Panoramawände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie Teleskope zum Ausprobieren. Nach der Begrüßung wird Harro Zimmer, Rias-Kommentator aller Mondflüge, über den zeitgeschichtlichen Rahmen des Apollo-Programms berichten, nach dem Film auch noch die Perspektiven der Erforschung des Mondes skizzieren. Der Satz, mit dem Astronaut Neil Armstrong ihn betrat, wurde ebenfalls längst eine Redewendung: „Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“

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