Zeitung Heute : HdK veranstaltet im Mai internationale Medienkonferenz

Torsten Hampel

Vom 12. bis zum 14. Mai richtet die Hochschule der Künste (HdK) eine internationale Konferenz zum Thema Neue Medien aus. "Monomedia Berlin" wird sie heißen und soll bei einem Erfolg künftig alle zwei Jahre mit einem jeweils anderen Themenschwerpunkt stattfinden. Das Schlagwort der diesjährigen Veranstaltung ist "Value" - Wert. "Value soll aber nicht als monetärer Wert verstanden werden", sagte der Konferenz-Leiter Willem Velthoven gestern bei der Vorstellung der Konferenzinhalte. Die 1000 erwarteten Teilnehmer sollen auf ihre Fragen nach dem Wertewandel angesichts des industriellen Strukturwandels Antworten erhalten. Velthoven ist der Inhaber eines von Sponsoren gestifteten Lehrstuhls für Medienforschung an der HdK.

"Den Namen Monomedia haben wir uns ausgedacht als Gegenpol zu Multimedia", sagte Velthoven. Der Begriff Multimedia betone die Grenzen zwischen den einzelnen Medien, Monomedia rücke deren Vernetzung in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt der Diskussionen ist die These und Beobachtung, dass eine vernetzte Gesellschaft eine Umwandlung grundlegender Normen und Werte benötigt und gleichzeitig forciert. Schaffen neue Technologie neue Werte und wie tun sie das? Wie formen Werte ihrerseits neue Medienanwendungen? Wie sind die medialen Neuschöpfungen zu bewerten? Antworten darauf sollen von prominent besetzten Podien kommen. Der britische Musiker und Medienkünstler Brian Eno hat sein Kommen zugesagt und spricht über seine übergreifende Kulturtheorie. Die Soziologin und Städteplanerin Saskia Sassen von der New Yorker Columbia Universität stellt Effekte der Globalisierung auf die Gesellschaft und den "electronic space" in den Mittelpunkt ihres Konferenzbeitrages. Philosophen, Ökonomen, Designer, Psychologen und Regierungsberater werden Ideen und Forschungsergebnisse präsentieren.

Für die HdK ist die Konferenz "der Auftakt für neue Ausbildungsgänge in Multimediaberufen", sagte Hochschul-Präsident Lothar Romain. Im Herbst beginnt an der HdK das erste Semester im Studiengang Electronic-Business. Neue Aufbaustudiengänge und die Weiterbildung von Seiteneinsteigern sind in Planung. Mischkompetenzen seien gefragt, so Romain, nicht mehr nur der "reine Informatiker oder der reine Betriebswirtschaftler".

Auch die Landesregierung verspricht sich einiges von Monomedia Berlin. Wirtschaftsstaatssekretär Volker Liepelt sieht im Kongress einen Diskussionsanlass, um "Ängste abzubauen, die der Umbruch in der Arbeitswelt" auslöst. Die Sorge um Arbeitslosigkeit, vor permanenter Überwachung durch Informationstechnik oder Vereinsamung der Menschen am Computer solle den Blick auf die Chancen einer "neuen Ökonomie" nicht verstellen. Die müssten jetzt diskutiert werden, nicht nur aus ökonomischer Sicht, sondern auch deren kulturelle Aspekte. "Wie schafft eine Gesellschaft so einen Umbruch?", fragte Liepelt.

Die Teilnehmergebühr beträgt 890 Mark, Studenten zahlen 250 Mark. Die Konferenz findet im Konzertsaal der Hochschule in der Hardenbergstraße statt und soll fast ausschließlich aus den Gebühren finanziert werden. Bei 700 Teilnehmern wäre die Veranstaltung Kosten deckend, rechnete Romain vor.Das Programm wird am kommenden Montag ins Netz gestellt unter

www.monomedia.hdk-berlin.de

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