Zeitung Heute : Heißer Draht ins Reich

In der Frohnauer Victor-Gollancz-Schule lernen schon Zweitklässler Chinesisch /

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Dass Eltern bisweilen ihre Kinder nicht verstehen, kommt vor. In der Frohnauer VictorGollancz-Grundschule ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß. Ab der zweiten Klasse wird hier Chinesisch gelernt, ein für Berlin bisher einmaliges Projekt. Seit acht Jahren besteht eine Partnerschaft mit der Zhi Chunli-Grundschule in Beijing.

Die Idee geht auf einen Reinickendorfer Bürger und einen chinesischen Deutschprofessor zurück, die sich bei den Asien-Pazifik-Wochen kennen gelernt hatten. 1997 kündigten die Chinesen daraufhin beim Reinickendorfer Schulamt einen Informationsbesuch an. Der damals zuständige Schulrat Dietmar Leischulte erkannte die Zeichen der Zeit und vermittelte den Kontakt zur Frohnauer Grundschule in der Gollanczstraße 18-24.

Ein Kooperationsvertrag und die Gegeneinladung nach Beijing waren die Folge. 2001 dann der entscheidende Schritt, die ersten Schüler aus China - der jüngste gerade einmal neun Jahre alt - besuchten für zwei Wochen Berlin. Wenige Wochen später düsten die ersten Frohnauer Kids zum Gegenbesuch. Aller Skepsis zum Trotz zeigte sich, dass sich die Kinder auch in einer für sie ganz fremden Umgebung fern der Heimat wohl fühlten und schnell enge Freundschaften entstanden.

Vor wenigen Wochen ist die dritte Gruppe aus China zurück in die Heimat gereist. Ende Mai wird bereits die nächste Gruppe aus Beijing erwartet. Eigentlich ist nur jeweils eine Reise pro Jahr vorgesehen, doch durch die SARS-Problematik war ein geplanter Termin ausgefallen. „Wir fliegen wieder Anfang Oktober nach China", sagt Schulleiterin Gudrun Borchert.

Was das Lernen der jeweiligen Fremdsprache betrifft, sind die kleinen Frohnauer ihren Partnern in Beijing allerdings voraus.

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