Zeitung Heute : Hella wacht auf

Sie lag im Koma, fünf Monate. Dann ist sie ins Leben zurückgekehrt. Aber was ist das jetzt für ein Leben?

Deike Diening[Hamburg]

Ostersamstag war der Tag, an dem der Tod endgültig schien. Der Tag vor Ostern war der dunkelste Tag des Christentums, dunkler noch als der Karfreitag, denn Jesus war schon gestorben, der Tod schien den Sieg davongetragen zu haben. Es war der Tag, an dem die Hoffnung starb. Für Ostersamstag hat die Bibel keine Worte, nur bei Matthäus wird das Grab bewacht. „Wenn ich mich in Jesus hineinversetze, denke ich immer, das war der Tag, an dem er am tiefsten unten war“, sagt Hella Schmalfeldt auf ihrem Polstersofa in Hamburg-Alsterdorf.

Am Ostersamstag 1983 ist Hella Schmalfeldt nach fünf Monaten aus dem Koma erwacht.

Das Schicksal der Amerikanerin Terri Schiavo ist kein Einzelfall, heißt es. Ein Unglück nur, dass es so eskaliert ist. Aus einer medizinischen Frage ist ein Streit entstanden. Paare stellen sich in Deutschland die Komafrage: Wie lange willst du in so einem Fall am Leben erhalten werden? Wie lange würdest du mich am Leben halten? Es sind Tausende, die in Deutschland zwar ohne Bewusstsein, aber mit der Hoffnung der Angehörigen in Betten liegen. Eine komatöse Gesellschaft, die jede Menge Legenden hervorgebracht hat: Begegnung mit dem Licht. Am Ende eines Tunnels. Da ist Katharina Beta, eine Frau, die nach einem langen Koma 33 Jahre ihres Lebens vergessen hatte, aber, als sie aufwachte, plötzlich Russisch sprach. Das Koma ist ein gedehnter Hohlraum im Leben eines Menschen, eine Blase. Die Blase ist leer. Meist wacht ein anderer auf als der, der eingeschlafen ist. Eine schwarze Zeit für die Betroffenen, ein unendlicher Fantasieraum für Filmemacher, Autoren und Esoteriker. Wenn der Mensch außer Kraft ist, was ist dann die Ethik, was die Moral? Darf, wer nichts über das Koma weiß, davon ausgehen, dass dort nichts ist? Und was, um Himmels willen, bedeutet „nichts“ in Bezug auf einen Menschen?

Kein Arzt kann das Aufwachen vorhersagen, die Erfahrung zeigt: Sprich mit ihr. Und die Hoffnung sagt: Vielleicht hört sie dich.

Wenn man aus dem Leben gerufen werden kann, warum soll man dann nicht auch wieder hereingerufen werden können? Hella Schmalfeldt wurde von beiden Seiten gerufen. Fünf Monate lang nach dem Unfall riefen die Eltern und Geschwister nach ihr. Sie kleideten ihre Rufe in Kindermärchen, Lieder und ihren Namen. Es würde ihr helfen, etwas zu hören, das sie schon kannte. Am Ende war der Ruf ins Leben stärker als der in den Tod. Zuerst hatte Hella Schmalfeldt auf Licht reagiert, dann auf die Stimme ihres Vaters. Hatte sie zuerst noch eine Magensonde, konnte sie bald gefüttert werden. Und als ihre ohnehin schon offenen Augen ihrem Gehirn plötzlich wieder etwas mitzuteilen in der Lage waren, da sah sie zuerst den Vater.

Es gibt nicht viele Komapatienten, die sich an diesen Tag, an die Rückkehr ihres Bewusstseins erinnern.

„Ich war auf einmal da. Ich wollte aufstehen, aber es ging nicht.“ Man muss sich Hella Schmalfeldts Stimme, während sie das sagt, sehr verlangsamt vorstellen. Sie spricht druckvoll und deutlich, aber langsam.

Hella Schmalfeldt, damals 17 Jahre alt, sah neben ihrem Vater ihre beiden Brüder, sie sah die Schrankwand aus hellem Holz, den Fernseher, zwei Sessel in ihrem Wohnzimmer. Es war das Wohnzimmer in ihrem Hamburger Reihenhaus und doch ein ganz anderes. Es war der Schock des Erwachens, aber wie grundsätzlich anders alles sein würde, das ahnte sie besser als ihre Umgebung.

„Ich habe meine eigene Hand gesehen. Dann wollte ich von meinem Vater einen Spiegel haben. Ich habe an mir heruntergeguckt und habe mich gesehen, und dann habe ich mich im Spiegel gesehen, hier, und gedacht, das kann doch nicht wahr sein.“ Sie fasst sich an den Hals, die Narbe des Luftröhrenschnitts ist noch zu sehen, die Hand ist steif geblieben. „Meine Haare waren ganz dünn geworden. Ich hatte auch Pickel und unreine Haut.“

Sicher, die Welt um sie herum war anders geworden. Der Vater, Politiklehrer, lebte mit einer neuen Frau zusammen, deshalb war das Wohnzimmer so verändert, alle Welt war um fünf Monate gealtert, aber das ist so viel nicht, bezogen auf ein ganzes Leben. Verglichen mit den Veränderungen an ihrem Körper, ihrem Geist und ihrer Seele war das gar nichts. Hella Schmalfeldt war eine andere geworden. Sie sagt, sie wusste es sofort.

Das ist jetzt 22 Jahre her. Sie hat in ihrem neuen Leben länger gelebt als in ihrem alten. Die Haut ist wieder so klar wie ihr Blick. Sie brauchte damals eine neue Identität, aber wo fängt man da an? Am besten bei der alten.

„Ich weiß nicht mehr, was mir gesagt wurde und was ich erfragt habe.“ An sich selbst konnte sie sich schlecht erinnern. Ihr Vater hat ihr einen Film von einer Paddeltour gezeigt, das sollte sie also gewesen sein, vor dem Unfall. Hella Schmalfeldt konnte keine emotionale Verbindung aufbauen zu der Person von früher. Sie ging wieder in die Schule, lernte wieder sprechen, bewegte sich vom Rollstuhl über den Rollator, dann zu Krücken und einem Gehgerät mit vier Stützen. Ihren Vater hat es riesig gefreut, als sie zum ersten Mal fragte, wie es der Omi Kremerberg gehe, denn das war eine Frage über sie selbst hinaus. Aber vielleicht war sie doch auf eine Art bei dem Unfall gestorben.

„Wir waren auf dem Rückweg von einem Restaurantbesuch“, ihr erster Freund, „wenn man so will“, und dessen Freund. Sie auf dem Rücksitz, ihr Freund auf dem Beifahrersitz. „Das zweite Auto hat ein rotes Ampellicht übersehen. Es kam mit überhöhter Geschwindigkeit von rechts.“ Sie sagt das in diesen unbeteiligten Worten, die man ihr gegeben hat, denn sie selbst erinnert sich an nichts. Dass die Schuld vollständig bei dem Fahrer des anderen Wagens lag, ändert nichts an ihrem Zustand. Es sorgt nur dafür, dass sie finanziell abgesichert ist.

Auf dem Nachttisch in ihrem Zimmer, das aussieht wie das einer Studentin, liegen Siegfried Lenz, „Die Klangprobe“, und Christa Wolf, „Der geteilte Himmel“. Komplexe Bücher, aber sie sagt, Romane kann sie kaum lesen, denn auf Seite vier muss sie manchmal wieder von vorne anfangen. Ihr Gedächtnis ist nicht das beste. Sie liest „Das Dritte Reich“, „das hat mich auf einmal so interessiert“. Das hat ihr der Vater gegeben.

Hella Schmalfeldt braucht jetzt mal eine Pause. Lange reden strengt sie an. Sie will kurz verschwinden, rollt sich etwas Toilettenpapier von der Rolle und hält es hoch: „Wenn Sie auch mal müssen – immer Papier mitnehmen! Wir haben hier eine, die hortet alles.“ In der betreuten Wohneinheit mit den Linoleumfluren wohnen sieben Männer und zwei Frauen. Es wäre schon schön, wenn es getrennte Duschen gäbe. An ihrer Tür kleben außen zwei Aufkleber: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Bert Brecht.“ Und dann: „Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen.“ Es ist das einzige Stockwerk im Haus für Menschen, die Schäden von einem Schädel-Hirn-Trauma davongetragen haben. Sonst wohnen im Haus nur geistig Behinderte.

Die anderen, sagt sie, lesen nicht. „Manchmal rede ich mit den Betreuern, die sind auf meinem Niveau“, sagt sie. Es ärgert sie, dass sie so viel von geistig Behinderten umgeben ist. Sie selbst hat nur Schwierigkeiten, Worte zu finden. Sie spricht langsam, hat Lähmungen an allen vier Gliedmaßen, und gegen Epilepsie nimmt sie seit 15 Jahren Medikamente. Die Medizin sagt, nach so schweren Unfällen und einem so langen Koma bleibt immer etwas zurück. Und manchmal bemerken die Leute gar nicht, wie sehr sie sich selbst von anderen unterscheiden.

Unsere Vorstellung davon, wie das Einschlafen und Erwachen aussehen muss, hat eine ganze Industrie hervorgebracht, und die bedient das Wunder. Zustände des abwesenden Bewusstseins werden in Märchen romantisch verklärt, in Meditationen gesucht, bei Schlafwandlern bestaunt und als dramatischer Effekt eingesetzt. Ein Koma ist der Joker für Autoren und Dramaturgen, es macht unerklärliche Persönlichkeitsschwankungen verständlich. Weil man wenig weiß über diesen Zustand, ist auch alles denkbar. Dornröschen, von einer Spindel gestochen, schläft ihrem Glück entgegen. Washington Irvings Rip van Winkle geht in den Wald, kegelt mit Waldgeistern und verschläft Generationen. Aber ist man, wie Uma Thurman in „Kill Bill“, nach langem Koma sofort wieder zu einem Mord fähig? Reicht es, in der Tiefgarage unter dem Krankenhaus die Zehen zu besprechen, und man kann wie Uma Thurman wieder Auto fahren? Schneewittchen jedenfalls hat einfach das giftige Apfelstück ausgespuckt.

Mediziner sagen, der Übergang in ein Koma und wieder heraus findet fließend statt. Zuerst sind die Reaktionen verlangsamt, dann verhangen – die Augenlider fallen zu. In der Somnolenz sind die Augen geschlossen, im Sopor reagiert man auf äußere Reize nicht mehr adäquat, im Koma gar nicht mehr. Auch eine Ohnmacht ist ein kleines Koma, so kurz nur, dass die Mediziner es eine Synkope nennen, als wäre es bloß eine Taktverschiebung in der Musik. Unsere Sehnsucht nach einem Happyend ist groß, und wir sind jederzeit bereit, die Grenzen des Verstandes um ein Wunder zu erweitern.

Hella Schmalfeldt sah anders aus, dachte anders, sie hatte neue Probleme, und neue Ziele musste sie erst finden. Und dabei war der Mensch, der den Unfall hatte, noch gar kein fertiger Mensch. Jahre, die andere als ihre wichtigsten bezeichnen, lagen noch vor ihr, den Unfall hatte eine Person, die immer noch „wenn ich mal groß bin“ sagen konnte. Ihre Pläne hatten noch mit Schulfächern zu tun, „ich wollte etwas mit Psychologie, Kunst, Deutsch oder Musik machen“.

Es ist ein Mythos, dass Leute die Augen aufschlagen und schlagartig wieder sie selber sind, als hätte man einen Lichtschalter angeknipst. Richtig, sie ist wieder aufgewacht. Man kann das ein großes Glück nennen. Aber sie war nicht Schneewittchen, und vor ihrem gläsernen Sarg kniete kein Prinz. Seit drei Jahren lebt sie in diesem Haus, sechs Betreuer wechseln sich in Schichten ab, sie hat das größte Zimmer mit Nachmittagssonne. Wenn sie nicht Bescheid gibt, wo sie ist, machen sich Leute Sorgen. Sie findet, sie ist dick geworden, weil ihr das Essen hier zu gut schmeckt. Sie will es mal mit einer Behindertenwerkstatt probieren, aber „ich will keine Schnuller eintüten“. Der Zustand ihres Körpers wird sich nicht verbessern, „ich kann froh sein, wenn es nicht schlechter wird“. Einmal im Monat ein Arztbesuch. In letzter Zeit tun ihr die Hüfte und die Knie weh. Sie weiß, sie sollte mehr Sport machen, „aber sollen wir das nicht alle“? Essen schmeckt ihr gut, aber Essen strengt sie an, sie lacht lauthals. Unglaublich, diese Vorstellung. Reden strengt sie an, lesen, denken, alles. War sie aufgewacht, nur um in ihrem Leben danach immer wieder einschlafen zu wollen? Sie weiß, es liegt an den Antiepileptika. Und was den Prinzen angeht: Es gibt im Haus eine Partnervermittlung für geistig Behinderte. Hella Schmalfeldt steht auf der Liste.

„Helfen Sie mir mit dem Kofferpacken?“ Sie fährt über Ostern zu ihrer Schwester und ihrem Neffen nach England. Ihre Schwester arbeitet bei einer Autofirma, und dass Hella Schmalfeldt jetzt „als Callgirl“ sagt, liegt nur an ihrer Wortfindungsschwierigkeit. Sie arbeitet in einem Callcenter am Telefon. Auch ihr fällt als erstes Gepäckstück für England die Regenjacke ein, so weit kann sie von dieser Gesellschaft also nicht entfernt leben. In den Trolley also neun Paar weiße Socken, neunmal Unterwäsche, Siegfried Lenz und Musik: „Hair“, „Mensch“ von Grönemeyer und von John Baez „We shall overcome“. „Ich muss mich jetzt konzentrieren“, sagt sie, und dann packt Hella Schmalfeldt schweigend ihren Koffer.

Hella Schmalfeldt hat in Krankenhäusern, im Internat, in Heimen gewohnt und hat auch versucht, alleine zu leben. Das war nicht alles in Hamburg. Sie ist auch eine Reisende geworden auf die Art, nach Bad Pyrmont, Geilingen und Bielefeld, Orte, die ihr der Körper diktiert. Zwischendurch war es bloß so, als wären die Rufe von der anderen Seite noch nicht ganz verhallt. Als sie alleine lebte, hat das mit den epileptischen Anfällen begonnen. Erst vier Jahre nach dem Unfall. „Ich bin in die Elbe gesprungen, da hat man mich wieder rausgefischt.“ Das sagt sie einfach so. „Und dann habe ich einmal 230 Medikamente genommen“, die, die sie sonst auch nimmt, eine morgens und eine abends. Im Koma lag sie danach nur anderthalb Tage, aber es hat ein Jahr gedauert, bis die Gifte wieder aus ihrem Körper waren. „Das ist jetzt weg“, sagt sie.

„Mein Vater hat immer herausposaunt: Sie wird wieder so wie früher, sie wird wie vorher. Das hat mich immer total genervt.“ Warum? „Weil ich gespürt habe, dass das nicht wieder so werden kann.“ Was aber ist „vorher“?

„Man hat mir gesagt, ich hätte eine Wesensveränderung durchgemacht“, sagt sie. Was vorher ihr Wesen war und was es nachher geworden ist, das kann sie gar nicht benennen. Und worin findet ein Wesen seinen Ausdruck? Gehört auch die Handschrift dazu? Hat die Handschrift von früher ihre Entsprechung in dem Aquarellbild, das sie heute in der Volkshochschule malt? Findet man das Wesen in ihrem orangefarbenen Fotoalbum festgehalten?

Der Philosoph Roland Barthes war sicher, dass man auf Fotografien nicht nur eine Erscheinung erkennen kann, eine Gestalt, sondern auch das Wesen eines Menschen. Das, was ihn ausmacht. Roland Barthes hat erst in den Fotografien seiner toten Mutter deren Wesen entdeckt. Hella Schmalfeldt blättert um. Dort ist sie als Baby, da küsst sie ihr Bruder, da rennt sie in Ringelpullis herum. Sie hat jahrelang immer wieder Ringelpullis an. Erst schwarz-weiß, dann Farbringelpullis. „Gestreifte Sachen habe ich immer gemocht.“ Aber welches Wesen drückt sich in diesen Streifen aus? „Ich soll sehr fröhlich gewesen sein“, sagt sie. Sie lacht auf den Fotos. Als ihr Bruder eingeschult wird, hält sie trotzig eine kleine Trostschultüte, weiße Kniestrümpfe, herausfordernder Blick. Als sie selbst in die Schule kommt, strahlen ihre Eltern, und sie trägt ein Karokostüm. Sie ist auf Klassenfahrt, hat einen Pagenschnitt, dann lange Haare im Gesicht. Sie trägt eine Sonnenbrille, ihre beste Freundin raucht eine Zigarette. März 1982, noch sechs Monate bis zu ihrem Unfall. Auf ihrem Gesicht liegt nicht mehr Schatten als auf dem Gesicht der anderen Kinder.

Und dann kommt die neue Handschrift. Mühsam, mit links, weil die Rechte zum Schreiben zu steif ist. Unter der Schrift ein Bild von dem Anwalt, der sie bei dem Unfall vertreten hat, ein Freund ihres Vaters. Manchmal lacht sie lauthals los, ein tolles, ansteckendes, nach innen amüsiertes Lachen, und da sieht man, die Freude ist aus ihrem Leben nicht ganz verschwunden.

Ist sie froh, dass sie lebt? Ist das Leben ein Geschenk? „Das kann ja eigentlich jeder von sich sagen“, antwortet sie. Ganz ernst. Sie guckt einen jetzt fest an.

Richtig. Das kann eigentlich jeder sagen. Warum sollte sie um ihr Leben froher sein als andere um ihres? Komisch, dass wir denken, die, die es besonders schwer haben, müssten auch noch für dieses Leben ganz besonders dankbar sein.

Der Tagesspiegel schrieb: Terri Schiavo darf sterben. Andere: Terri Schiavo muss sterben. Gut möglich, dass das Geschenk, das Wunder, hauptsächlich für jemanden anderen ist. Für die, die getrauert und ihren geliebten Menschen zurückbekommen haben.

Nehmen wir an, Terri Schiavo würde heute aufwachen. Für wen? Für sie selbst? Wäre es nicht eine Freude für die Welt, ein Triumph für die Medizin, gar ein Sieg für die Eltern? Würde sie am Ende nur aufwachen, damit ihre Eltern Recht behalten können? Würde sie für die Fundamentalisten aufwachen, die vor dem Krankenhaus kniend für ihre Sache werben? Welcher Art wäre ihr eigenes Leben?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass viele der wieder zu diesem Leben Erwachten ihr Leben nicht mehr für lebenswert halten. Sie nehmen Tabletten oder springen in die Elbe. Diejenigen, die sich dieses Leben so dringend zurückwünschen, sind es, die ein lebenswertes Leben garantieren müssen. Denn die Patienten sind nicht mehr ihres eigenen Glückes Schmied. Geld, Karrieren, gesellschaftliche Anerkennung und anderer Sinnersatz dieser Art fällt für die meisten weg. Man kann lange nachdenken, wofür sich so ein Leben lohnt, es drehen und wenden, wie man will. Am Ende bleibt immer nur die Liebe übrig. Wenn man die Schläuche entfernt, muss man die Menschen mit Liebe im Leben halten.

Hella nimmt erst mal ihren Koffer und verreist für neun Tage zu ihrer Schwester und ihrem Neffen nach England. Es sind die Osterfeiertage.

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