Zeitung Heute : Henkel verspätet über Rohrbomben informiert

Berlin - Innensenator Frank Henkel (CDU) ist vom Polizeipräsidium erst am Wochenende darüber informiert worden, dass am 1. Mai „Objekte gefunden“ wurden – Rohrbomben, von deren Gefährlichkeit Henkel nach Angaben seines Sprechers aber nichts erfuhr. „Über die Erkenntnisse zur tatsächlichen Brisanz wurde die Hausleitung kurz vor der Sitzung des Innenausschusses informiert“, sagte Henkels Sprecher am Dienstag. Dem Vernehmen nach wurde Staatssekretär Bernd Krömer, der den erkrankten Henkel am Montag im Innenausschuss vertrat, erst Minuten vor Beginn der Sitzung informiert.

Polizeipräsidentin Margarete Koppers sagte in einem Interview des Tagesspiegels, sie habe erst am späten Nachmittag des 3. Mai vom Fund der Rohrbomben erfahren. Bis dahin habe auch der Polizeiführer für den Einsatz am 1. Mai von dem Vorgang keine Kenntnis gehabt. „Die Meldewege sind nicht eingehalten worden“, sagte Koppers. Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft einen „Prüfvorgang“ zu dem Fall eingeleitet und das Landeskriminalamt Berlin um Informationen gebeten. Die Entscheidung, ob Generalbundesanwalt Harald Range die Ermittlungen übernimmt, ist noch offen. Zunächst sollen Kriminaltechniker einen Nachbau der Rohrbomben zünden, um die Sprengkraft zu dokumentieren. Ha/fan

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