Zeitung Heute : Herr Mars

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Thomas Mars besitzt zwei hervorstechende Eigenschaften: Traditionsbewusstsein – und Autorität. „Komische Reaktionen auf meinen Namen? Habe ich nie erlebt. In der Schule sowieso nicht – da war ich ja immer der Anführer. Dafür habe ich von Anfang an gesorgt und das für mein weiteres Leben beibehalten“, sagt der 58-Jährige. Die Leithammel-Rolle liegt in der Familie, damit wären wir dann bei der Tradition: „Mein Vater war einer der ersten Reiseunternehmer, die nach dem Krieg Urlauber nach Mallorca geflogen haben.“ Im Firmenlogo der väterlichen Reisebüro-Kette prangte, obwohl es sich angeboten hätte, nicht der rote Planet, sondern der römische Kriegsgott Mars. Das lag näher, meint Thomas Mars, nicht ganz ernst: „Die Reisebranche ist Krieg.“ Seinen Vater hat Thomas Mars beruflich beerbt. Die Reisebüros hat er zwar vor ein paar Jahren verkauft, dafür gehören ihm heute Hotels in Andalusien. Alle zwei Wochen fliegt er dorthin. „Um zu arbeiten!“ Weiter weg von Berlin will er nicht, schon gar nicht zu seinem Namensvetter, der schon so lange weit oben auf der Buchungsliste aller Raumfahrtnationen steht. „Da sollen mal die Astronauten hin, ich fühle mich hier unten ganz wohl“, sagt er. Mit „hier unten“ meint unter anderem ein Penthouse am Ku’damm.

Dort wohnt Herr Mars mit seiner Frau. Zumindest für sie spielte der Nachname eine bedeutende Rolle. Als sie ihrem Thomas das Ja-Wort ab, besiegelte sie das Ende einer vermutlich nicht ganz spottfreien Vergangenheit. „Meinen Namen hat sie ohne Einwände angenommen“, sagt der Gatte. „Sie hieß vor unserer Hochzeit Zickermann.“ nidi

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