Zeitung Heute : Herren und Meister

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Als Ratzinger den Kölner Kardinal 1959 kennen lernte, fand der 73Jährige Gefallen an ihm und nahm ihn 1962 als Berater mit zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Ratzinger entwarf für Frings dessen berühmte Rede, in der er die Methoden und das Vorgehen des Heiligen Offizium, also der Vorgängerbehörde der Kongregation der Glaubenslehre, als „nicht im Geringsten der heutigen Zeit entsprechend und einen Grund des Anstoßes für die Welt“ geißelte. Die versammelten Bischöfe quittierten dies mit langem Beifall und Hochrufen.

DER BESTRAFTE

Hans Küng und Ratzinger waren einmal befreundet. Der Schweizer Theologe förderte ihn, holte ihn 1966 an den renommierten Lehrstuhl für Dogmatik nach Tübingen. Sie trafen sich jahrelang donnerstags zum Abendessen. Zehn Jahre später spielte Ratzinger eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung Roms, Küng die Lehrerlaubnis zu entziehen.

DER BEWUNDERER

Papst Paul VI.

Von Ratzinger wird man noch Großes hören, vertraute Paul VI. einmal seinen Mitarbeitern an. 1977 ernannte er „den Meister der Theologie“ zum Erzbischof von München und Freising und wenig später zum Kardinal. Damit begann Ratzingers Karriere als Kirchenfürst. M.G.

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