Zeitung Heute : „Heute kann es regnen, stürmen oder schnei’n“

Die Vorentscheidungen in Gruppe F im 11-Freunde-WM-Quartier – draußen oder drinnen

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Tangostimmung am Freitag im Lido: Beim 6:0 der Argentinier gegen Serbien-Montenegro fuhr der „Ritmo Albiceleste“ in die rund 600 Fans. Die nachfolgende Partie der Niederlande gegen die Elfenbeinküste (oder „Elfenküste“, wie es Moderator Fritz von Thurn und Taxis märchenhaft formulierte) war dagegen äußerst spannend. Die meisten Anhänger wünschten den verzweifelt anrennenden Ivorern das Ausgleichstor, das sie im Turnier gehalten hätte.

Dagegen war erholsam, als Stargast-Moderator Tom Bartels (braun gebrannt, mediterran gekleidet) erläuterte, was zuvor zwar alle gesehen, aber nur wenige richtig begriffen hatten.

Kaum hatte er sich mit Lido-Talkmaster Robert Mucha auf die Bühne im Inneren begeben, begann es massiv zu regnen. Die „Sondereinsatztruppe Wolkenbruch“ konstruierte zwar blitzschnell aus Abdeckplanen und sechzehn Besen ein wunderbares Dach für die Flatscreens, wegen andauernder Blitze musste die Veranstaltung dennoch in den Saal verlegt werden. Dort sahen die Gäste einen der miserabelsten Kicks dieses Turniers, doch so zeigte sich die besondere Qualität des 11-Freunde-Quartiers: In entspannter Atmosphäre kann hier gefachsimpelt, abgeschweift, Bier getrunken, noch mal gefachsimpelt und abgeschweift werden.

So auch heute. Wenngleich wir hoffen, dass die Begegnungen Japan – Kroatien, Brasilien – Australien und Frankreich – Südkorea das Abschweifen unmöglich machen. Über Nacht hat die „Sondereinsatzgruppe Wolkenbruch“ eine noch schönere Flatscreen-Schutzkonstruktion entworfen: Besen wurden durch Alabasterstäbe ersetzt. „Heute kann es regnen, stürmen oder schnei’n“, singen wir und sagen: „Herzlich willkommen im 11-Freunde-WM-Quartier!“

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