Zeitung Heute : Hier steppt der Mond

REIMZEIT Sebastian Krämer verordnet Nachsitzen in der „Schule der Leidenschaften“

eNTe
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Seit Sebastian Krämer 1996 nach Berlin kam, hat er sich ordentlich hochgeackert – von Auftritten in fast leeren Off-Theaterchen bis zum Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. Dazwischen lagen die zweimalige Meisterschaft im Poetry Slam und der erste Preis im Bundeswettbewerb Gesang. Man sieht: Der Mann aus Bad Oeynhausen weiß mit Noten ebenso gut umzugehen wie mit Worten. Als Meister der kippenden Harm- losigkeit singt und pianiert er sich durch schwarzhumorige Gemeinheiten. Sein Lied über „Jongleure“ („geradezu hitverdächtig“ fand es „Titanic“) macht sich besonders gut im Rahmen einer Varietéshow. Eigentlich aber ist es Bestandteil seiner „Schule der Leidenschaft“ – nicht sein neuestes, vielleicht aber bestes Programm. Darin fährt der 33-jährige „Ausdrucks- gourmet“ (Hannoversche Allgemeine) alles auf, was seine literarmusikalischen Menüs so schmackhaft macht. Zwischen pointier- ter Prosa und eloquent gewobener Poesie ertönt ein pop-populistischer Schrumpf- refrain, "Hey!", zum Mitsingen. In einem Lied steppt der Mond, in einem anderen muss ein „Parkhaus ohne Gnom“ aus- kommen. Und klein ist der Schritt vom surrealen Spaßgesang zum tragikomischen Zeitbild beim „Sonnenuntergang am Strand von Frankfurt/Oder“. eNTe

Wühlmäuse,

17.4., 20 Uhr

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