Zeitung Heute : Hilfe für die Alten Meister

Gemälde wurden gerettet – aber viele historische Gebäude sind ruiniert

NAME

Das Hochwasser in Sachsen bedroht Denkmäler und Denkmalamt. Seit Dienstag steht an der Brühlschen Terrasse in Dresden der Dienstsitz des sächsischen Landesamts für Denkmalpflege unter Wasser. Die Mitarbeiter durften noch einmal ins Haus, um die wichtigsten Akten zu bergen. Nicht viel besser erging es den Instituten im benachbarten Schloss, der Semperoper und im Zwinger. Allein aus den Kellerdepots der Gemäldegalerie Alte Meister mussten innerhalb weniger Stunden 5000 Gemälde in die Obergeschosse gebracht und provisorisch inmitten der Schausammlung eingelagert werden. Die millionenschwere technische Infrastruktur dürfte dahin sein. Über Langzeitschäden an den ohnehin umweltgeschädigten Sandsteinfassaden kann derzeit nur spekuliert werden.

Das eigentliche Drama vollzieht sich jedoch im Raum Leipzig. Im Städtchen Grimma übertrifft der Grad der Verwüstung die schlimmsten Erwartungen. Stolz verweist die Website der Stadt auf das jüngst restaurierte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Die umliegenden Bürgerhäuser zeigen aufgefrischte Fassaden aus Renaissance, Barock und Klassizismus. Wie viele Gebäude zerstört sind, weiß die Denkmalpflegerin am Ort noch nicht. Bei Ulrike Müller meldeten sich bereits mehrere verzweifelte Hausbesitzer mit der Frage: „Bei uns ist ein Gewölbe eingestürzt. Was sollen wir nur machen?" Michael Zajonz

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar