Zeitung Heute : Hilfe per Handy in Notfällen: Der Berg ruft: Alpenverein stellt flächendeckendes Netz vor

In den deutschen Alpen können Urlauber im Notfall jetzt überall per Handy Hilfe herbeirufen. Wie der Deutsche Alpenverein und die Bergwacht jetzt in Garmisch-Partenkirchen mitteilten, ist der Aufbau eines flächendeckenden gemeinsamen Netzes von D1 und D2 nun abgeschlossen. Mit diesem Notrufsystem sei Deutschland führend in Europa.

Bei einem Bergunfall müssten die Helfer nicht mehr zur nächsten Hütte laufen, sondern könnten die Rettungskräfte unter der Nummer 112 sofort von fast jeder Stelle aus alarmieren, sagte Alpenvereins-Sprecher Wolfgang Asenhuber. Zudem könnten sich die Ersthelfer vor Ort telefonisch anleiten lassen. Bergwacht-Referent Wilhelm Beeker sagte, in einem Tal oder neben einem Felsvorsprung könne es noch Funklöcher geben. Äußerstenfalls "muss man eine halbe Stunde laufen, bis es wieder geht. Immer nach oben laufen, da gibt es weniger Funkschatten", riet Beeker.

In den bayerischen Alpen verunglückten laut Bergwacht im vergangenen Sommer rund 700, im Winter 2700 Menschen. Jeder zweite Notruf sei bereits per Handy den Rettungsleitstellen gemeldet worden. "Eine ganze Reihe von Schwerverletzten ist so schon schneller geborgen worden."

Ein Nachteil der Handys ist laut Beeker, dass die Leitstellen "im Winter für einen Unfall gleich zehn Anrufe bekommen". Weil die Ortsangaben der Anrufer oft sehr ungenau seien oder von einander abwichen, sei es an der Tagesordnung, dass unnötig mehrere Rettungsteams gleichzeitig eingesetzt würden.

Der Alpenverein lobte die Netzbetreiber Telekom und Mannesmann Mobilfunk, weil sie das wirtschaftlich unrentable Notruf-Netz seit 1995 gemeinsam ausgebaut hätten. Auch in Österreich soll unter der Nummer 112 in Kürze überall die Rettungsleitstelle erreichbar sein. In der Schweiz, Italien und in Frankreich gebe es in den Alpen noch größere Funklöcher.

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