Zeitung Heute : Hilfe von Fischers Fritze

Besser reden dank Zungenbrechern – Tipps für gezieltes Sprechtraining

Silke Zorn

Die wenigsten Menschen werden als perfekte Redner geboren. Ein paar einfache Übungen können dabei helfen, Redeängste abzubauen und entspannter und freier zu sprechen.

Bereits die richtige Atmung ist wichtig – für das körperliche Wohlbefinden und auch für einen guten Vortrag. Wer zu flach atmet, wirkt angespannt und gehetzt. Beim Spazierengehen bewusst ein- und ausatmen kann schon ein Anfang sein. Beim Vorlesen und Sprechen sollte man versuchen, Endsilben deutlich zu betonen. Auf diese Weise atmet man automatisch besser aus.

Auch unser Mund hat als wichtigstes Sprechwerkzeug besondere Aufmerksamkeit verdient. Sprechtrainer empfehlen: Öffnen Sie den Mund weit und machen Sie Kaubewegungen. Das lockert die Muskulatur. Die Lippen werden entspannt, wenn man die Buchstaben „BP“ deutlich betont zwanzig Mal hintereinander ausspricht. Die Zunge kommt durch kräftiges Rollen des Buchstaben „R“ in Schwung. Auch Zungenbrecher sind ein gutes Sprechtraining – wichtig allerdings: klar und deutlich sprechen und nur so schnell, dass man es auch noch versteht, wenn „Fischers Fritze frische Fische fischt“.

Auch die berühmte Korken-Übung zwingt zu deutlicher Artikulation. Stecken Sie sich einen Korken zwischen die Schneidezähne und erzählen Sie Ihrer besten Freundin von dem tollen Film, den Sie neulich gesehen haben.

Die eigene Stimme lernt man am besten kennen, indem man sein Stimmvolumen testweise einmal voll ausschöpft. Experten raten: Üben Sie lautes und leises, schnelles und langsames Sprechen. Spielen Sie mit Ihrer Stimme. Auch das lebendige Vorlesen von Geschichten ist eine gute Sprechübung.

Gestik und Mimik schulen, das geht am effektivsten mit der Videokamera. Helfen kann aber auch schon ein kritischer Blick in den Spiegel. Gucke ich beim Reden freundlich? Wirkt meine Körperhaltung einladend? Neige ich dazu, ziellos mit den Händen herumzufuchteln oder von einem Bein aufs andere zu treten? Für alle Übungen gilt schließlich: je öfter, desto besser.

Diese und weitere Tipps gibt zum Beispiel der Ratgeber „Rhetorik – der Weg zum Erfolg“ von Peter Ebeling (Koch Media, 2001, 8,90 Euro).

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