Zeitung Heute : Hilfe zur Selbsthilfe - offline

Ob es nun eine Krankheit namens "Internetsucht" gibt oder nicht, ist für diejenigen, die ein "online-Problem" haben, zunächst egal. Auf dieses Problem deutet nicht nur eine besonders hohe Telefon- und Providerrechnung hin, sondern vor allem soziale Konflikte. Die Familie wird vernachlässigt, Freunde sagen sich los, da der Betroffene sich nicht um sie kümmert. Die Ratsuche beim Psychotherapeuten ist in diesem Fall eine Möglichkeit. Wer diese noch scheut, kann sich an den Verein "Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige - HSO" wenden (Tel.: 0212-2642810, www.onlinesucht.de ). Der Verein wurde vor zwei Wochen gegründet. Die zahlreichen Anfragen stammen nicht nur von Leuten, die sich als "onlinesüchtig" bezeichnen, sondern zu einem großen Teil von deren Angehörigen. Nach Auskunft des Vereins ist eine Außenstelle in Berlin bereits geplant.Als wichtigste Aufgabe bezeichnet die HSO-Gründerin Gabriele Farke den Kontakt der Betroffenen außerhalb des Netzes. Sie bezeichnet sich selbst als "ehemals Onlinesüchtige" und betrachtet den Ausbau bzw. Wechsel der Sozialkontakte jenseits des Computers als besten Weg aus der "Sucht". Nachdem Gabriele Farke ihr Problem erkannt hatte, versuchte sie es zunächst mit einem Zeitplan für die Online-Sitzungen. Dann stellte sie den Computer in ein anderes Zimmer. Schließlich waren es aber neue Freunde, die ihr aus dem Netz halfen.

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