Zeitung Heute : Himmel jr.

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Meistens findet Paul-Hendrik seinen Nachnamen „ganz schön“. Das war auch schon mal anders. „Aber der Junge aus dem Kindergarten, der immer Witze über meinen Namen gemacht hat, der geht jetzt auf eine andere Schule als ich“, sagt der kleine Himmel. Im Sommer ist der Sechsjährige eingeschult worden – und hat schon seinen Spitznamen weg: „Die sagen da manchmal Sahnetorte zu mir.“ Ein Sahneschnittchen ist er ja – oder isst er allzu gerne Süßes? Nein, keine Ahnung, was das soll. Aber man will sich ja nicht beschweren. Denn vorher war’s schlimmer. Da lag, was der Kindergarten-Rüpel auf Paul-Hendiks Nachnamen reimte, definitiv unterhalb der Gürtellinie.

Nicht nur deshalb findet Paul-Hendrik die Schule jetzt ganz gut, besonders Sport und Religion. Religion sowohl aus einem praktischen Grund („da kriegt man so oft Geschichten vorgelesen, und man darf viel malen“), als auch wegen dieses speziellen Drahts: „Ich hab’ immer gedacht, Himmel wär ein normaler Name. Aber dann hab’ ich gemerkt, dass das was mit dem Göttlichen zu tun hat.“

Auf den ersten Blick scheinen Paul-Hendriks Hobbys, Eisenbahnen und Flugzeuge, typisch für einen Sechsjährigen. Aber der Junge denkt schon weiter. „Ich möchte später vielleicht mal Lokführer werden. Zu Oma fahre ich immer mit dem Zug, und das ist spannend.“

Geflogen ist er auch schon oft, aber beruflich ist das nichts für ihn, hat er unlängst entschieden – trotz des passenden Nachnamens. „Pilot trau’ ich mich nicht so richtig, da hängt zu viel Verantwortung dran. Da sind dann nämlich viele Menschen tot, wenn es einen Unfall gibt.“ nidi

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