Zeitung Heute : Himmelhoch betrübt

Flora Wisdorff

Das Kartellamt hat entschieden: Die Lufthansa darf den Reisebüros die Provisionen streichen. Was kosten die Tickets künftig?

Das Kartellamt hat sich auf die Seite der Lufthansa gestellt: Es sei rechtens, dass die Fluggesellschaft die Provisionen, die sie den Reisebüros bisher für die Vermittlung von Flügen gezahlt hat, streicht, urteilte die Behörde. Zahlen muss dafür der Kunde – falls er nicht lieber auf eine andere, billigere Fluggesellschaft umsteigt.

Denn die Reisebüros wollen sich das fehlende Geld für die Lufthansa-Tickets vom Kunden zurückholen. „Es wird teurer“ heißt es beim Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverband. Im Schnitt bekamen die Vermittler von der Lufthansa 6,5 Prozent des Ticketpreises als Provision. Wieviel sie davon jetzt an den Kunden weitergeben, hängt vom einzelnen Büro ab – manche werden versuchen, Kunden mit niedrigen Provisionen zu locken und an anderer Stelle sparen.

Kauft man sich sein Lufthansa-Ticket einfach direkt bei der Lufthansa, spart man auch nicht. Denn zeitgleich mit der Streichung der Provisionen führt das Unternehmen ab dem 1. September eine „Servicegebühr“ ein, die auf Tickets erhoben wird, die man auf der Lufthansa-Internetseite oder per Telefon erwirbt: 30 Euro für Deutschland- und Europaflüge, 45 Euro für interkontinentale Flüge. Schließlich müsse die Lufthansa beim Telefonverkauf Personal und beim Internetverkauf „technischen Aufwand“ bezahlen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Internet-Reiseplattformen können sich, genauso wie die stationären Reisebüros, ebenfalls selbst überlegen, wie sie mit der wegfallenden Provision umgehen. Vergleichen sollte man die Preise für die Lufthansa-Tickets in Zukunft auf jeden Fall.

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