Zeitung Heute : HIN & WEG

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Erstaunlich, dass es selbst in einer Stadt wie Berlin noch kulinarische Marktlücken gibt. Günter Fechner hat eine entdeckt: Er schafft einmal im Monat aus Schweden persönlich taufrische Fische, Marinaden und Lachsspezialitäten in die Stadt. Eine erste Kostprobe überzeugte: Der gebeizte Lachs hätte mit seinem unverstellten Dillaroma und der sensibel dosierten SalzZucker-Balance vermutlich sämtliche Probanden unserer letzten Vergleichsverkostung überrundet, und der in Tomatensauce marinierte Hering ließ den bekannten Industrieprodukten ebenfalls keine Chance. Fechner hat keinen Laden, sondern hält in seinem Lichterfelder Lager nur das bereit, was vorher bestellt wurde - das führt zu vernünftigen Preisen. Nächster Bestelltermin ist der 14.März, die Ware trifft am 23.März in Berlin ein. Nähere Informationen gibt es unter der Rufnummer 834 34 44 und auf der Website www.schweden-fisch.de.

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Droben in Mecklenburg blüht der Manufakturgedanke. Um Senf, Marmelade oder andere einfache Naturprodukte herzustellen, braucht man kein großes Startkapital, und die meisten Zutaten wachsen irgendwo vor der Haustür. Ilona und Harald Brenneiser haben in Ferdinandshof, einem Dorf zwischen Pasewalk und Ueckermünde, zu diesem Zweck die Original Bauerngarten Manufaktur gegründet, in der sie eine Reihe von originellen Fruchtaufstrichen, Chutneys und Relishs aus regionalen Produkten herstellen. Besondere Empfehlung: Das angenehm geschärfte Kürbis-Zucchini-Chutney. Die Bauerngarten-Produkte gibt es in Berlin in der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof sowie bei „Süßschnabel“, Ludwigkirchstraße 5, Wilmersdorf.

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Noch etwas Neues aus Mecklenburg: Michael Laumen, der besternte Küchenchef aus Krakow, hat sich ein Kloster zugelegt. Dort, im Kloster Rühn bei Güstrow, wird er allerdings nicht nach innerer Einkehr suchen, sondern ganz im Gegenteil seine bereits bekannte Produktion von Kräuterölen neu organisieren - und wohl bald auch ein bescheidenes Gasthaus eröffnen. Noch im März soll dort die Produktion der bisher als „Kräuter-Balsamöl“ bekannten Kreationen aufgenommen werden, Informationen finden sich auf der Website www.klosterruehn.de. Die Öle und auch den Kräutersenf von Michael Laumen gibt es in Berlin in der Confiserie Melanie in der Goethestraße sowie bei Lindenberg in der Morsestraße, beides in Charlottenburg.

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Sie haben es vermutlich schon im Marzipan-Text gelesen: Peter Frühsammer , einer der ersten Berliner Köche mit Michelin-Stern, ist wieder da. Das Casino des Tennis-Clubs Grunewald, das er bewirtschaftet, ist nun unter dem Namen „Servino“ auch Nichtmitgliedern zugänglich (Flinsberger Platz 8, Tel. 89738628). Und das große maximal elf Gänge umfassende Weinmenü am Abend zeigt den altbekannten Ehrgeiz des altbekannten Kochs. bm

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