Zeitung Heute : Hin und weg

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DER FÖRDERER

Konzernchef Jürgen Schrempp suchte gemeinsam mit Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und DaimlerChrysler-Betriebsratschef Erich Klemm Zetsche als seinen Nachfolger aus. Vermutlich hätte Schrempp seinen Freund Eckhard Cordes bevorzugt, doch Zetsche kennt Mercedes besser als Cordes. Im Übrigen war Zetsche so erfolgreich bei der Sanierung von Chrysler, dass man ihn kaum hätte übergehen können.

DER FREUND

Wolfgang Bernhard hat als Zetsches Vize maßgeblichen Anteil an der Sanierung von Chrysler. Seit ein paar Monaten ist Bernhard Chef der Markengruppe VW. Bernhard sprüht vor Energie, ein echter Troubleshooter, der gut zu dem ruhigen, besonnenen Zetsche passt. Die beiden haben sich in Detroit angefreundet und werden wohl auch in Zukunft viel miteinander zu tun haben – künftig werden beide Unternehmen vermutlich häufiger kooperieren.

DER GEGNER

Eckhard Cordes , der Vorgänger Zetsches an der Mercedes-Spitze, hatte sich selbst Hoffnungen auf den Vorstandsvorsitz gemacht. Als die Entscheidung für Zetsche fiel, haute Cordes sofort in den Sack, erklärte seinen Rücktritt und verkaufte seine Aktienoptionen an Daimler-Chrysler. Cordes und andere Zetsche-Kritiker werfen diesem vor, nie einen Job zu Ende gemacht

zu haben, sondern immer nach wenigen Jahren auf andere Positionen weitergezogen zu sein. Unterschwellig schwingt da der Verdacht mit, Zetsche sei nicht zu einem nachhaltigen Management in der Lage.

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