Zeitung Heute : HISTORIENDRAMA

Agora – Säulen des Himmels

In der berühmten Bibliothek von Alexandria des Jahres 391 n. Chr. lehrt Hypatia, die als einzige Frau zu den angesehenen Wissenschaftlern ihrer Zeit zählt. In der multikulturellen Metropole toben religiöse Auseinandersetzungen zwischen Heiden, Juden und Christen. Seit die römische Besatzungsmacht die Verfolgung der Christen eingestellt hat, streben die militant-christlichen Parabolanos nach spiritueller und politischer Vorherrschaft. Mit unübersehbaren Analogien zur weltpolitischen Gegenwart inszeniert Alejandro Amenábar („Das Meer in mir“) seinen 50 Millionen Euro teuren Monumentalfilm. Er inszeniert die Massenszenen mit sicherer Hand und verzichtet auf die üblichen Blutbadeffekte. Und Rachel Weisz ist hervorragend besetzt. Als Historienepos kann „Agora“ durchaus bestehen, ohne den humanistischen Kern seiner Geschichte zu verraten. Gelungen. Martin Schwickert

„Agora“, ESP 2009, 126 Min., R: Alejandro Amenábar, B: Alejandro Amenábar, Mateo Gil

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