Hitfox Group : Serienstars

Die Berliner Hitfox Group ist ein Start-up, das andere Start-ups gründet.

Serien-Gründer und Chef der Hit-Fox Group Jan Beckers und Kaya Taner, Mitgründer und Chef von App-Lift, können sich über den erfolgreichen Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde freuen.
Serien-Gründer und Chef der Hit-Fox Group Jan Beckers und Kaya Taner, Mitgründer und Chef von App-Lift, können sich über den...Foto: Hitfox

Jan Beckers liebt den Neuanfang. Routine, sagt er, liege ihm nicht. Mit gerade mal 30 Jahren hat er bereits fünf Unternehmen gegründet. Beckers ist ein „Serial Entrepreneur“, ein Seriengründer. Mittlerweile macht er kaum noch etwas anderes, als neue Firmen auf den Weg zu bringen. „Company Building“ heißt das in der Start-up-Szene. Gemeinsam mit drei Mitstreitern leitet Beckers die Berliner Hitfox Group, einen sogenannten Inkubator für Start-ups im Bereich der Spielevermarktung. Damit ist die Hitfox Group quasi ein Start-up, das andere Start-ups gründet. Jedes Jahr – so das ambitionierte Ziel – will die Hitfox Group zwei neue junge Firmen auf den Weg bringen.

„Unternehmen zu gründen, steckt in unserer DNA“, sagt Beckers. Dabei war die Firmenidee am Anfang eine ganz andere: Gestartet ist die Hitfox Group vor zwei Jahren als Online-Handelsplattform für Computerspiele, Konsolen, Zubehör und Hardware. „Wir waren ein Groupon für Spiele“, sagt Beckers. Eine Zeit lang habe das gut funktioniert. Doch ein Zukunftsgeschäft sei das nicht gewesen. Die meisten Nutzer spielten heute im Internet oder auf dem Smartphone. Teure Rechner oder Konsolen brauche man da nicht mehr.

Deshalb verlagerte die Hitfox Group sich auf die Vermarktung von Browser- und Smartphone-Spielen. Das heißt, die Gruppe hilft, Entwicklern ihre Spiele im Netz zu bewerben. Das macht sie aber nicht selbst, sondern gründet Start-ups, die sich in diesem Feld spezialisieren. So wie App-Lift, eines der ersten selbstgegründeten Firmen der Hitfox Group. Das Startkapital für App-Lift hat die Gruppe selbst bereitgestellt, mittlerweile ist der niederländische Risikokapitalgeber Prime Ventures mit 13 Millionen Euro eingestiegen. Neben App-Lift hat die Hitfox Group zum Beispiel auch noch Gamefinder gegründet, eine Anwendung fürs Smartphone, die Nutzern mobile Spiele empfiehlt.

Heute arbeiten 95 Mitarbeiter bei der Hitfox Group daran, die bisherigen Start-ups aufzubauen und Ideen für neue Gründungen zu entwickeln. Der Großteil von ihnen sitzt im Berliner Büro nahe des Hackeschen Marktes. Kleinere Zweigstellen gibt es mittlerweile auch in San Francisco, Seoul und Paris. Denn insbesondere die USA und Südkorea sind wichtige Absatzmärkte für Smartphone- und Browser-Spiele. Das Geschäft wachse rasant, sagt Beckers. In diesem Jahr will die Hitfox Group einen zweistelligen Millionenbetrag umsetzen. Auch sei die Gewinnschwelle längst erreicht.

Beckers ist deshalb ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Die zu finden, sei gar nicht so einfach. „Wir bekommen jeden Monat mehrere hundert Bewerbungen“, sagt Beckers, „aber nur zehn der Kandidaten stellen wir ein.“ Sie müssten ins Team passen und selbst Lust auf die Firmengründung haben. Denn wer sich bewährt, kann später Chef eines Unternehmens werden, das die Holding auf den Weg bringt.

Das Verhältnis zu den Firmen, die die Hitfox Group gründet, vergleicht Beckers mit einer Eltern-Kind-Beziehung: Je älter der Nachwuchs wird, desto eigenständiger wird er. Bei den Start-ups aus seinem Haus sei das ähnlich. Am Anfang ist die Hitfox Group stark eingebunden, stellt Kapital und Mitarbeiter. Nach und nach zieht sie sich heraus.

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