Zeitung Heute : Hochfliegende Pläne

Thomas de Padova

Nach dem Start des ersten Privatshuttles ins All. Was kostet der Besuch von Touristen im Weltraum?

Es war ein kühner Flug – und ein kurzes Abenteuer. Bei dem ersten privaten Weltraumflug am Montag ging es für Mike Melvill nach kurzem Anlauf senkrecht nach oben. Weit hinauf, bis in 100 Kilometer Höhe. Dann ein Blick hinunter auf den leicht gekrümmten Erdball und rauf in den dunklen Sternenhimmel. Dann holte die Erde Melvills „SpaceShipOne“ mit ihrer enormen Anziehungskraft unweigerlich zurück.

Ein paar Minuten Schwerelosigkeit – mehr ist für die private Raumfahrt derzeit nicht drin. Denn um in eine Erdumlaufbahn zu gelangen, reicht es nicht, einmal kurz an der 100-Kilometer-Marke zu kratzen. Der spektakuläre Höhenflug könnte nur dann in eine Rundreise einmünden, wenn die Geschwindigkeit zehnmal höher wäre als jene dreifache Schallgeschwindigkeit, die das „SpaceShipOne“ zu erreichen vermag.

So starke Raketenantriebe sind aber aus privater Hand nicht finanzierbar. Die technischen Anforderungen daran, den explosionsartigen Aufstieg unter Kontrolle zu halten, sind zu hoch. Trotzdem darf nach Melvills Pionierleistung nun auch unsereins vom Flug ins All träumen.

Denn für Senkrechtstarter gibt es nun eine reelle Chance. Wenn sich das „SpaceShipOne“ bewähren, wenn es vielfach hintereinander einsetzbar sein sollte, dann könnte ein solcher Weltraumflug vielleicht schon bald für grob geschätzte 100000 Dollar zu haben sein.

Schon bei nur einem Einsatz des „SpaceShipOne“ pro Monat könnte der Traum vom Weltraumtourismus für ein Dutzend Personen in Erfüllung gehen. Und es dürften sich einige Abenteurer finden, die bereit wären, für eine solche Reise so viel Geld auszugeben. Und ihr Leben zu riskieren.

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