Zeitung Heute : Hochwasser und Tiefsee-Sedimente

Auf dem Campus Lankwitz öffnet der Fachbereich Geowissenschaften seine Pforten

Oliver Trenkamp

Während der Langen Nacht der Wissenschaften am 13. Mai 2006 öffnen zahlreiche Einrichtungen der Freien Universität Berlin ihre Tore, um Forschung für jedermann anschaulich und erlebbar zu machen. Das Angebot ist so vielfältig und abwechslungsreich, dass hier nur eine Auswahl vorgestellt werden kann. Heute präsentieren wir Ihnen einzelne Aktivitäten des Campus Lankwitz rund um die Themen Wasser, Erdbeben und Gesteinskunde.

Was täglich mit Füßen getreten wird, besteht aus hoch spannenden Materialien: Ständig laufen wir über Tiefsee-Sedimente und Granitplutonen, ohne es zu wissen. Eine Ausstellung vor dem Haus T widmet sich dem Kopfsteinpflaster Berlins. Sie erklärt, aus welchen Mineralen das Pflaster besteht, wie das Gestein entstanden ist und woher es kommt.

Im Haus T werden die Besucher mit zwei Videovorführungen in die Tiefsee entführt. Sie zeigen den Einsatz der „Berliner Tiefseespinne“ – ein Gerät, mit dem heiße Quellen am Meeresgrund untersucht werden. Es liefert Daten und Proben aus bis zu 3000 Metern Tiefe und wurde schon mehrfach von den deutschen Forschungsschiffen „FS Meteor“ und „FS Sonne“ eingesetzt.

Einen Blick ins Innere der Erde wagen die Wissenschaftler im Haus D. Sie stellen Versuche vor, mit denen elektrische Ströme und seismische Wellen gemessen werden können. Damit lassen sich beispielsweise Tunnelsysteme unter der Erde entdecken – in Lankwitz gibt es eines, das noch von der Wehrmacht angelegt wurde. Außerdem lässt sich die Entstehung von Erdbeben und Tsunamis erklären.

In Haus G wird aus einer normalen Landkarte ein Hochwassermodell. Mit Coputersimulationen und Postern zeigen die Forscher hier, wie man berechnet, ob aus Regen Hochwasser wird, wie schnell es einen Fluss herabfließt und welche Landstriche besonders bedroht sind. Für Kinder geeignet ist vor allem die Veranstaltung „Wie viel Wasser ist im Fluss?“. Die Besucher können selbst verschiedene Messgeräte ausprobieren und der Frage nachgehen, wie man die Höhe einer Jahrtausendflut errechnet.

Welche Wege Schüler in Berlin und Brandenburg zurücklegen, soll ebenfalls im Haus G gezeigt werden – und zwar anhand modernster Technik. Mit dem Satelitenortungssystem GPS und Mobiltelefonen wird untersucht, wo und wofür Schüler ihre Zeit verwenden. Außerdem werden erste Ergebnisse eines Forschungsprojektes zu dem Thema vorgeführt.

Vortragsreihen wie „Der Stoff, aus dem die Erde ist“ oder „Geographische Forschung zwischen Nordpol und Äquator“ geben einen Überblick über den Stand der Wissenschaft. Es werden unter anderem Bilder vom Saturn gezeigt.

In der nächsten Beilage der Freien Universität Berlin am 13. Mai folgt ein Auszug aus dem Programm der Einrichtungen in Dahlem und Düppel sowie des Campus Benjamin Franklin der Charité.

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